1. Beitrag: Wachsmotte / Wie kommt die Wachsmotte ins Hummelnest
2. Beitrag: Die Hummelwachsmotte, Lebensweise und ihre Entwicklung
3. Beitrag: Meine Erlebnisse mit Wachsmotten
4. Beitrag: Ein Video von einer frisch geschlüpften Wachsmottenlarve die am
Glas hoch kriecht.
5. Beitrag: Wachsmotte (Galleria mellonella) Vorspiel, Paarung und Schlupf aus dem Ei.
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6. Beitrag: Hummel – Wachsmotten ein heißes und leidiges Thema
1. Wachsmotte / Wie kommt die Wachsmotte ins Hummelnest
Foto: Jürgen Börner, Wachsmotte
24.02.08
Die Wachsmotte wird durch den Duft, der aus den Hummelkästen strömt, angelockt.
Da sind wir uns bestimmt alle einig!
Ich bin der Meinung, dass die Wachsmotte den Weg findet in die Hummelkästen, hat verschiedene Ursachen:
1. Es stehen sehr viele Hummelkästen sehr dicht beieinander und dadurch vermehrten ausströmenden Duft.
2. Das Einlaufloch ist nicht gesichert, mit einer gut verschließenden Hummelklappe. Oder das Einlaufloch in der Hummelklappe geht nach oben, oder nur gerade. Die Hummeln schleppen Nistmaterial
und Kot heraus und verkleben die Hummelklappe, damit kann die Hummelklappe nicht immer exakt schließen. Durch die damit hervorgerufene Öffnung, kann die Wachsmotte eindringen. Das Loch muss immer
schräg nach unten gehen!
3. Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Hummeln selbst einen Teil dazu beiträgt, das im Hummelnest die gefräßigen Wachsmottenlarven sich befinden. Die Wachsmotte legt in der Nähe vom Eingang
Ihre Eier ab, angelockt durch den ausströmenden Duft. Die Hummel schleppen die Eier, oder die schon geschlüpften Larven, beim vorbeikommen einfach durch abstreifen, (hervorgerufen durch Ihre
Behaarung) mit in Ihr Nest!! Sollten die Eier oder die Larven auch nur wenige mm geschafft haben in den Eingang zum Hummelkasten zu kommen, ist der Weg frei für die Wachsmottelarven. Nicht nur
die Wachsmotte, sondern auch die Larven der Wachsmotte sind duftgelenkt. Die Larven können schon
Meter zurücklegen, um an Ihr Ziel zu gelangen! Wer es nicht glaubt, kann sich ja mal mit Züchtern die speziell die Wachsmotte züchten unterhalten, oder im Internet nachschauen.
(Siehe auch unter mikroskopische Aufnahmen die ich für euch gemacht habe)
Jürgen Börner
26.03.08
2. Die Hummelwachsmotte, Lebensweise und ihre Entwicklung
Hallo Hummelfreunde,
vieles ist schon über die Hummelwachsmotte geschrieben worden.
Ich will Euch hier die Motte etwas näher bringen.
Die Hummelwachsmotte (Aphomia sociella), gehört in die Familie der Pyralidae (Zünsler), Unterfamilie Galleriinae (Wachsmotten). Mit ca. 17 mm Länge und ca. 3 cm Flügelspannweite ist dieser
Hummelschädling relativ groß für einen Kleinschmetterling. Die Hummelwachsmotte ist weiß-bräunlich gefärbt und hat eine Flugzeit von Anfang Mai bis in den September hinein. Sie können bis zu drei
Generationen im Jahr hervorbringen. Der Schmetterling (Motte) fliegt bevorzugt bei Dunkelheit, Abenddämmerung und manchmal auch am Tage. Sie fliegen gerne in windstillen warm-schwülen Nächten bei
Temperaturen von 12° C. aufwärts. Der Falter findet die Nester der Hummeln mittels seines Geruchsinnes. Er schleicht sich in das Nest und legt mehrere hundert Eier im engeren Nestbereich ab. Wenn es
ihm nicht gelingt, in das Nest vorzudringen, dann legt der Falter in der Nähe des Nestes und außerhalb des Nestbereiches seine Eier ab. Die Raupen, die nach einigen Tagen schlüpfen, sind in der Lage
auch mittels Geruchssinn in die Nester der Hummel einzudringen. Die Raupen von der Hummelwachsmotte sind hellgrau-gelblich mit roter Kopfkapsel und brauen Nackenschild gefärbt. Sie sind polyphag (d.
h. verschiedene Nahrung fressend). Zur Entwicklung benötigt die Aphomia sociella nämlich keinen Wachs, wie ihre Verwandten Galleria mellonella (Große Wachsmotte) und der Achroia grisella (Kleine
Wachsmotte), sondern sie ernähren sich auch von Abfällen (Pollen, leere Kokons der Hummeln und Wachs), außerdem ernähren sie auch räuberisch von der Hummelbrut. Bei Befall der Hummelwachsmotte führt
es unweigerlich zum totalen Nestverlust der Hummel. Die Raupen leben gesellig und erobern so mit ihren Gespinst nach und nach den Nestbereich der Hummeln. Später ist das Nest von einem dichten und
zähen Gespinst überzogen und stirbt ab.
Die Raupen der Hummelwachsmotte entwickeln sich temperaturabhängig. Im Nestbereich der Hummeln ist es angenehm warm, denn sie haben eine Bruttemperatur von ca. 30° - 32° C. Bei solch hohen
Temperaturen entwickeln sich die Mottenlarven rasend schnell, aber sie stocken, wenn die Temperatur unter 10° C. abfällt. Dann verfallen sie in eine Starre und können so den Winter überleben und im
darauf folgenden Jahr, wenn die Temperatur wieder steigt, ihr Entwicklung fortsetzen.
Die erwachsenen, ca. 2 cm großen Raupen, verpuppen sich gesellig außerhalb des Nestes. Sie suchen nach Hohlräumen, um sich dort einzuspinnen. Die Gespinste sind so fest und zäh, dass man Mühe hat,
diese zu lösen. Die Raupen kann man aus dem Gespinst herauslösen und an Ameisen verfüttern. Dies wird von einigen Ameisenhaltern getan. Man hüte sich doch davor, diesen Hummelschädling zu züchten, da
er ganze Hummelvölker ausrotten kann. Neuerdings wird berichtet, dass nicht nur Hummelvölker, sondern auch Hornissen und andere staatbildende Wespenarten betroffen sind. Vielleicht liegt es daran,
dass die Hummeln immer stärker zurückgedrängt werden, so dass die Falter nicht genügend Hummelnester vorfinden und andere Arten befallen. (Dies ist aber noch nicht weiter erforscht)
Ich hoffe, dass ich das einigermaßen hinbekommen habe, wie die Hummelwachsmotte lebt und sich entwickelt. Noch ein Hinweis: Bei Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hummelnestmotte kann man noch mehr über
die Wachsmotten erfahren.
Dieser Beitrag wurde von Hummelfreund Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.
Danke für deinen Beitrag Karsten. Ich kann nur hoffen das viele Hummelfreunde, diese Beiträge lesen und einmal darüber nachdenken, wie Sie Ihre Hummelpensionen vor
der Wachsmotte schützen. Ich besuche des öfter auch andere Hummelseiten und stelle immer wieder fest, dass viele Hummelfreunde die Wachsmotte und deren Raupen total unterschätzen. Viele
Hummelfreunde erwarten Hilfe wenn die Raupen schon das Hummelnest übernommen haben, aber sind nicht bereit etwas zu unternehmen, zum Schutz des Hummelnestes!!!
Wir Hummelfreunde sollten uns über eines klar sein, wenn wir schon Hummeln ansiedeln, dann sind wir auch verantwortlich und sollten alles tun, damit es ihnen bei uns gut geht. Also auch
alles Unternehmen,
damit die Wachsmotte und deren Raupen erst gar nicht in das Hummelnest eindringen können! Nach dem Motto: Vorbeugen ist besser als Heilen!
Jürgen Börner
Hinweis: Bauanleitung für
Hummelklappen findet ihr unter Basteltipps.
3. Meine Erlebnisse mit Wachsmotten
01.01.09
Ich habe einiges über die Wachsmotte geschrieben z.B. den Beitrag – Wie kommt die Wachsmotte ins Hummelnest--, habe dabei Informationen die ich aus den Internett habe, verarbeitet.
In meine Hummelpensionen konnten bis jetzt noch keine Wachsmotten eindringen, da ich gut funktionierende Hummelklappen angebracht habe. Um aber Erfahrungen mit Wachsmotten zu sammeln und auch an eigene Bilder von den Wachsmotten zu kommen, habe ich mich entschlossen, Wachsmottenlarven in einer Zoohandlung zu besorgen.
Die Wachsmotten sind in den Zoohandlungen heiß begehrte Wahre und sind schnell nach Wahreneingang vergriffen. Der Grund, es werden Wachsmottenlarven, da sie sehr nahrhaft sind, von vielen Kleinreptilienbesitzern gekauft, um diese zu verfüttern. Ich habe Anfang November eine kleine Plasteschachtel mit Wachsmottenlarven (Galleria mellonella) gekauft.
Es handelt sich dabei um die Larven der großen Wachsmotte. Diese sind nicht mal billig, habe vier Euro für so eine kleine Schachtel bezahlt. In der Schachtel befanden sich Larven im unterschiedlichen Entwicklungsstadium.
Rührschüssel
Diese habe ich in ein größeres Gefäß aus durchsichtiger Plaste was für Küchenmaschinen zum umrühren von Teig benutzt wird, umgeschüttet und mit einen durchsichtigen Plastedeckel fest verschlossen. In diesem Deckel befindet sich in der Mitte, ein weiterer aber kleiner durchsichtiger Deckel. Ich dachte, wenn ich den kleineren Deckel entferne, könne ich besser fotografieren. Das Gefäß habe ich ins Wohnzimmer nahe der Heizung aufgestellt.
Um das Fressverhalten zu beobachten, habe ich zusätzlich zu dem Futter was den Wachsmottenlarven beigefügt war, noch abgestorbenes Holz aus dem Wald hinzugegeben. Als ich nach zwei Tag nachschaute, hatten Larven Gänge hineingefressen und eine Larve begann sich im Holz zu verpuppen. Auch hatten Larven es geschafft, an der glatten Gefäßwand ohne Probleme hochzuschieben und sich an den Deckel von unten festzuheften bzw. entlang zuschieben. Die Larven haben sich nach solchen Ausflügen stets in ihr Futter in denen sie Gänge mit ihren Mundwerkzeugen bauten, zurückgezogen. Diese Gänge bestehen aus einem Gespinst in denen sie sich hin und her bewegen und auch in entgegen gesetzter Richtung, sich im Gang bewegen können. In diesen Gängen, lassen sich die Larven nur sehr schwer beobachten.
Deckel von Rührschüssel mit kleinen Loch.
Eines morgens sah im am durchsichtigen Deckel eine helle Stelle, dachte das es sich um ein Gespinst der Wachmottenlarve handle. Aber als ich am Abend nachschaute, war an der Stelle ein kleines Loch! Sofort habe ich die Umgebung vom Gefäß abgesucht, konnte aber keine Larve entdecken. Ich hatte aber im Internet gelesen und auch darüber berichtet im meinen Beitrag, -- Wie kommt die Wachsmotte ins Hummelnest -- das Wachsmottenlarven auch Meter zurücklegen können. Es hat mir keine Ruhe gelassen und habe nochmals alles abgesucht. Auch unter die Teppiche habe ich geschaut und meine Befürchtung hat sich bewahrheitet!! In der Entfernung von 1,90 m von der Rührschüssel, habe ich dann zwei Larven die dicht beieinander waren unter einem Teppich gefunden. Dieser Teppich befand sich nicht etwa gegenüber des Gefäßes, wo ebenfalls ein Teppich lag, sonder um die Ecke herum vorm Treppenaufgang.
Meine Frau bekam gleich Panik als sie die Larven unterm Teppich sah!
Die Larven zeigten keine Schwäche und waren sehr lebendig als ich sie wieder einsperrte.
Ich habe das gesamte Wohnzimmer nach Wachsmottenlarven abgesucht, habe aber keine weiteren Larven gefunden.
Meine Schlussfolgerung, dass eine Wachsmottenlarve sich durch den Deckel durchgefressen und die zweite Larve der ersten Larve gefolgt sein muss. Da die Larven über keine Augen verfügen, kann die erste Larve die ausgebrochen war, nur eine Duftspur hinterlassen haben und die zweite Larve ist der Duftspur gefolgt. Denn sonst hätte ich die Wachsmottenlarven, nicht so dicht beieinander gefunden.
Das Loch im Deckel habe ich mit einen durchsichtigen Klebestreifen zugeklebt und die Rührschüssel in einen weitere Schüssel mit Deckel verbracht.
Auf starkes drängen meiner Frau habe ich die Wachsmottenlarven entsorgt und den Frost im Komposter ausgesetzt. Zuvor habe ich aber die verpupten Wachsmottenlarven eingesammelt und in ein Glas mit Metalldeckel getan, um meine Frau zu beruhigen.
Nachdem die ersten Wachsmottenlarven geschlüpft waren, habe ich diese umgelagert in andere, viereckige ausbruchsichere Gefäße mit Glasdeckel und zur Sicherung, noch mit Metallbügel.
links unten Wachsmottenmännchen, darüber Wachsmottenweibchen.
Zunächst habe ich die Wachsmotten erstmal beobachtet, habe festgestellt dass sie hochschnellen und sofort die Flügel öffnen und fliegen. Also nicht gut was ich vor hatte,
denn ich wollte den Deckel weglassen und von oben fotografieren. Da habe ich das Glas zur Seite gekippt, so das der Deckel sich nun von der Seite öffnen lies. Habe als Hintergrund ein Stück Holz hineingetan, um ein besseren Kontrast zur Wachsmotte zu haben und dann habe ich fotografiert.
link unten Wachsmottenmännchen, darüber Wachsmottenweibchen.
Nach sieben Tagen bemerkte ich wie ein Männchen über ein Weibchen flog, plötzlich die Flugrichtung änderte sich fallen lies und sich mit dem Wachsmottenweibchen paarte.
Sofort holte ich meine Digitalkamera, machte den Deckel auf und fotografierte.
Doch plötzlich startete das Weibchen mit dem Männchen im Schlepptau an meiner Kamera vorbei und flog mitten auf den Wohnzimmertisch. Ich den Deckel schnell zugemacht vom Glas. Lampe angemacht über den Tisch und habe fotografiert. Mein Herz schlug vor Aufregung, zum Glück war meine Frau in der Küche und hat das nicht mitbekommen.
Beim fotografieren haben sich die Wachsmotten nicht stören lassen. Habe dieses unzertrennliche Wachsmottenpaar, in ein gesondertes Gefäß mit einem Stück schwarzen Schaumgummi getan. Meine Absicht, schnelles erkennen wenn die ersten Eier gelegt werden und ich wurde auch belohnt!! Siehe unter mikroskopische Aufnahmen.
Das was ich hier geschrieben habe liebe Hummelfreunde, kann ich euch nicht zur Nachahmung weiter empfehlen, denn ich ertappe mich dabei, wie ich öfters, im Wohnzimmer und anderen Räumen genau mich umschaue, ihr könnt euch denken warum!
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Jürgen Börner
Videoclips
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Hummel – Wachsmotten ein heißes und
leidiges Thema
Hallo liebe Natur- und Hummelfreunde,
Hummel – Wachsmotten ein heißes und leidiges Thema unter den Hummelfreunden.
Ich konnte folgendes interessantes beobachten : Die Hummelvölker sind im diesem Jahr Ende Juni, Anfang Juli 09 sehr stark angewachsen, dadurch wird sehr viel Nestduft (Geruch) an der Umgebung
abgegeben, dies zieht natürlich die unliebsamen Wachsmotten an.
Meine Hummelvölker sind durch die Hummelklappe am Flugloch gesichert.
Ich konnte am helligen Tag Wachsmotten beobachten, wie sie versucht haben, in die Nester einzudringen. Ich habe sie abgefangen und getötet.
Denn die Falter sollen ja nach Angaben von Literatur dämmerungs- und nachtaktiv sein. Anzahl von vorgefundenen Wachsmottenfalter : 4 Stück bei den Steinhummeln, 1 bei der Erdhummel und 3 Stück
bei den Baumhummeln.
Die getöteten Falter legte ich auf meine Gartentreppe, um sie besser beobachten zu können.
Voller Entsetzen beobachte ich sie bei ihrem Todeskampf, wie sie den
Legeapparat aus den Hinterleib ein- und
ausgestülpt wurde und dabei zahlreiche Eier in der Umgebung abgelegt wurden.
Ein toter Falter zerdrückt, ohne Kopf und Brustteil: „Kann Eier legen“???
Wie kann das sein??
Ich habe den Versuch an 4 verschiedenen Falter durchgeführt, immer das selbe Ergebnis, die Falter konnten trotz Verlust von Kopf- und Brustteil Eier legen.
Erstaunlich was die Natur so im petto hat, um die eigene Art zu erhalten.
Dann kann man sich sicher vorstellen, wie es ist, wenn ein Falter im Nest entdeckt und tot gestochen oder tot gebissen wurde.
Denn die Arbeiterinnen dulden keinen Eindringling und machen kein Federlesen mit ihnen. Wenn der Falter nicht sofort aus dem Nest getragen wird, kann dieser seine tödliche Fracht in Form von Eiern im Hummelnest zurück lassen und binnen weniger Wochen ist es mit dem Hummelnest geschehen.
Diesen Beitrag, hat Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.