Königin kann sich nicht entscheiden

                                                                                                                               April 2009

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Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

Anfang April saß ich mit meiner Frau, es war nachmittags auf der Terrasse beim Kaffee trinken und konnte beobachten wie sich eine Ackerhummelkönigin für meine Hummelpension interessierte und auch gleich den Eingang fand.

 

Den Eingang hatte ich etwas mit Moos und einen Stein, ansprechend für eine suchende Hummelkönigin gestaltet.

 

Die Königin kam nach 25 Minuten heraus, sie untersuchte noch etwas den Eingang  und machte einen sehr schönen Orientierungsflug. Nach 40 Minuten kam sie wieder und pendelte etwas vorm Eingang hin und her und flog dann durch das Einflugsloch in die Hummelpension.

 

Dies ist immer ein gutes Zeichen für einen Hummelhalter, wenn die Königin zurück kommt.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

Doch ich hatte mich zu früh gefreut, denn ich wartete einen Tag einen weiteren und ich glaubte sie nie wieder zu sehen, doch am vierten Tag tauchte sie endlich wieder auf.

 

Sie flog durch das Einflugloch und kam nach 21 Minuten wieder heraus, flog aber nicht weg, sondern lief an der Hummelpension hoch und sonnte sich auf dem Dach.

Ich konnte es nicht fassen; bei meinen anderen Hummelpensionen wurde fleißig von den Königinnen schon Nektar eingetragen und die Ackerhummelkönigin sonnte sich, als gäbe es nicht wichtigeres zu tun! 

Ich überlegte und fragte mich, warum hat sie keine Lust zum Nestbau;  brauchte sie vielleicht einfach etwas noch mehr Zeit.

Am Nektar konnte es nicht liegen; denn in meinen und in den umliegenden Gärten blühte es schon reichlich.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

   

Auf dem Dach der Hummelpension hab ich ihr einen Tropfen Zuckerlösung angeboten.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

   

Als sie mich bemerkte, streckte sie mir ihr mittleres Bein entgegen, drohte mir kurz, hat es sich dann doch anders überlegt und den Tropfen aufgesaugt und ist abgeflogen.

Nach zwei Tagen kam sie wieder und verschwand in der Hummelpension, doch mit Nestbau war immer noch nichts. So vergingen fasst zwei Wochen, bis sie endlich begann - Brutvorbereitungen zu treffen, denn sie flog nun am Tag mehrmals ein und aus.

 

Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, denn eine Königin, die aller paar Tage mal vorbeischaut, hatte ich bis jetzt auch noch nicht!

 

Nachdem ich merkte, dass sie nun fest entschlossen war - zu brüten, hab ich angefangen, die Hummelklappe nach jedem Ausflug ein kleines Stück weiter abzusenken.

 

Einen Tag später, ich saß gerade mit meiner Frau auf der Terrasse beim Frühstück, hatte gerade die Hummelklappe ein weiteres Stück abgesenkt, sah ich wie eine Gartenhummel die Hummelpension der Ackerhummel anflog, sich niederließ und im Loch der  noch halboffenen Hummelklappe verschwand. Ich sagte zu meiner Frau, dass es Ärger geben würde, sie wusste natürlich nicht warum, doch ich sagte ihr - was ich gesehen hatte, wer gerade in der Hummelpension von der Ackerhummel verschwunden war.

Wir warteten gespannt, es vergingen 20 Minuten, es kam die Ackerhummelkönigin heraus, drehte auf dem Anflugbrett wieder um und verschwand erneut in der Hummelpension. Nach weiteren 11 Minuten kam die Ackerhummelkönigin heraus und flog ohne sich noch einmal umzusehen davon.

Ich überlegte, was könnte in der Hummelpensionpassiert sein; denn es ist bekannt, dass sich Hummelköniginnen gegenseitig abstechen im Kampf um eine Nistgelegenheit.

Nach einer halben Stunde löste sich die Anspannung, denn die Gartenhummelkönigin kam heraus, machte einen Orientierungsflug und verschwand. Bereits nach neun Minuten war sie wieder da, flog aufs Anflugbrett und verschwand in der Hummelpension.  

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

Nach jedem Anflug der Königin hatte ich etwas Moos entfernt, um nicht noch weitere Königinnen anzulocken. Ebenfalls wurde auch die Klappe weiter abgesenkt, bis sie zu war. Dies alles hat die Königin mitbekommen, denn sie hat sich jedes Mal den Eingang angeschaut - bevor sie abgeflogen ist. Besonders als ich den Stein noch entfernt hatte, da hat sie gleich noch einmal einen Orientierungsflug durchgeführt.

 

Einen Tag später, die Klappe war inzwischen vollständig geschlossen, tauchte die Ackerhummelkönigin wieder auf, landete auf dem Anflugbrett und wollte rein. Doch sie bekam die Klappe nicht auf und ist dann nach einigen Minuten abgeflogen.

Ich habe sie dann noch an einen weiteren Tag gesehen auf dem Anflugbrett, doch sie hat die Hummelkappe nicht öffnen können und ist dann unverrichteter Dinge abgeflogen und habe sie nicht wieder gesehen.

 

 

Jürgen Börner

 

 

Das Gartenhummelvolk hat sich gut entwickelt, wer möchte kann sich hierzu den Videoclip ansehen.