Fachausdrücke von A bis H

( A B C D E F G H )

  

A

 

Abdomen: (Hinterleib), dritter Abschnitt des dreigliedrigen Insektenkörpers. Leibeshöhle von Darmkanal, Ausscheidungsorgan, Eierstöcken / Hoden, Nervensystem und stark entwickeltem Fettgewebe sowie von Luftsäcken ausgefüllt. Letzte Segmente des Abschnitts tragen Eilege- und Kopulationsorgane, auch Stechapparat bei weiblichen Bienen; daher stark umgebildet.  (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

Ablenkfütterung: (Zur Wespenabwehr) Störende Wespen werden durch eine Ablenkfütterung von sensiblen Bereichen ferngehalten. Hierzu wird an einem nicht störungsanfälligen Platz im Garten oder außerhalb des Balkons auf einem (überdachten) Teller mit Marmeladenresten, gärendem reifen Obst, Fleisch regelmäßig oder bei aktuellem Bedarf gefüttert. Eine bewährte, rasch wirkende Methode.

 

Altkönigin: Hummelkönigin, die ein Nest gegründet hat.

 

Ammen: Arbeiten im Nest, verrichten Innendienstarbeiten. Sie sind überwiegend mit Larvenfüttern beschäftigt. Ungefähr 2/3 der Arbeiterinnen eines Volkes arbeiten im Nest. Die anderen Arbeiterinnen sammeln im Gelände. Die größeren Tiere sammeln, die kleineren arbeiten im Wabenbau. Im Nest fallen unter anderen folgende besonders wichtige Arbeiten an: Neue Waben bauen, Nestreparaturen, Jungenaufzucht (Füttern), Brüten, Heizen, regulieren der Luftfeuchte (Klimatisieren des Nestes),entfernen toter Tiere, Abwehr von Eindringlingen (fremde Hummeln, Kuckuckshummeln, Wespen), Abwehr von Feinden (Maulwurf, Spitzmäuse, Wühlmäuse, Mäuse). Achten auf "Signale" der Königin, ob noch Arbeiterinnen oder ob schon Jungköniginnen aufgezogen werden müssen, gegebenenfalls achten auf "gefälschte" Signale eines eingedrungenen Schmarotzerhummelweibchens. Entfernen heranwachsender Arbeiterinnenlarven aus Brutwaben und Nest, wenn alle Kräfte für die Aufzucht von Geschlechtstieren benötigt werden.

 

Antennen: Fühler - paarige Fortsätze am Kopf von sehr unterschiedlicher Gestalt und mit vielen Sinnesorganen besetzt.

 

Arbeiterinnen: Sind die Töchter der Königin. Unbegattete Weibchen, sie arbeiten im Nest und fliegen zum Sammeln. Die zuerst geborenen Arbeiterinnen sind kleiner als die, die einige Wochen später geboren werden. Meist sind Arbeiterinnen kleiner als die Königin. Besonders kleine Arbeiterinnen heißen Zwergarbeiterinnen. Die sind so klein, weil sie als Larven, zu wenig Futter und Wärme abbekommen haben. Auch die kleinen Zwergarbeiterinnen, sind erwachsene Hummeln!!!
Eine aus der Puppe ausgeschlüpfte Hummel ist stets ausgewachsen und können nicht mehr wachsen.

 

Arbeiterin: Weibliche Hummel, entsteht im Verlauf der Kastenbildung aus nicht optimal ernährten Larven, wird nie begattet, vermag aber ausnahmsweise Eier zu legen, aus denen Männchen (Drohnen) schlüpfen.

 

 

Arbeitsteilung: Nestgründende Königin verrichtet, zunächst als "solitäre Biene" lebend, alle Bau-, Sammel- und Brutpflegearbeiten. Mit dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen erfolgt im jetzt "sozialen Verband", dem Volk, Arbeitsteilung: Königin legt vor allem Eier; sie brütet, füttert und repariert mit den Arbeiterinnen Beschädigungen an Brutwaben. Andere Bauarbeiten und alle Sammeltätigkeiten übernimmt die Arbeiterinnen-Kaste.

 

Art: Grundlegende Kategorie der biologischen Systematik. Gesamtheit der Individuen, die sich auf natürliche Weise untereinander uneingeschränkt fortpflanzen können und in typischen Merkmalen untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen.

 

Atemöffnung: (Stigma) Paarig angelegte Atemöffnung. Von jeder Atemöffnung führt eine elastisch versteifte Trachee (Atemluftröhre), durch Spiralfaden aus Chitin versteift, ins Körperinnere. Tracheen bilden die Atmungsorgane der Insekten: Atemluft wird ohne Transportsystem direkt an die verbrauchenden Gewebe herangeführt. Tracheen stellenweise zu Tracheenblasen (Luftsäcken) erweitert. Insekten haben keine Lungen. Sie pumpen Luft durch besondere Atemöffnungen, die auf bestimmten Körpersegmenten stehen, in Luftkanäle, die den Körper durchziehen: feine verzweigte Röhren, die an den Atemöffnungen beginnen. Die ziehen zu den Muskeln und Zellen, die Sauerstoff für die Zellatmung, die "innere Atmung", benötigen. Aus dem Gasgemisch der Atemluft nehmen Körpergewebe und Zellen den zum Leben notwendigen Sauerstoff. "Verbrauchte Luft", (Kohlendioxid und Wasserdampf), verlässt den Körper durch dieses feine Kanal- und Röhrensystem (Tracheen) wieder. Muskelbewegungen (z.B. während des Fliegens) unterstützen, wie Luftpumpen, die Atemluftversorgung durch Tracheen (Luftkanäle) im Insektenkörper. (Blut, das Sauerstoff an rote Blutkörperchen bindet und rasch durch den gesamten Körper transportiert, gibt es bei Insekten nicht.)

 

Apifonda: (Zuckerteig)- Bienenfutter -, auch für Hummeln. Eine fabrikmäßig hergestellte futterteigähnliche Zuckermasse, die durch den Gehalt an invertierendem Enzym am Festwerden gehindert ist. Dieses Bienenfutter, auch für Hummeln geeignet, ist ideal zur Fütterung in Notzeiten, für junge Hummelvölker. Die Aufnahme des bereits invertierten Zuckergemisch erfolgt langsam, so das die Bruttätigkeit angeregt wird.

APIFONDA: ist bei + 15 °C. mindestens 1 Jahr lagerfähig.

Wenn Luftdicht verschlossen und im  Kühlschrank gelagert, hält Apifonda auch länger.

 

Auge(n): s. Facettenaugen, Punktaugen, Körpergliederung.  (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

Außendiensthummeln: Kann man die Sammlerinnen nennen, die Nahrung von den Blüten holen: Nektar (eine wässrige Zuckerlösung, "Zuckerwasser") zum Heizen und als "Flugbenzin"; Blütenstaub (Pollen) als Larvenfutter und Futter für Königinnen und Drohnen, falls schon junge Geschlechtstiere im Volk sind.

 

 

 

 

B

 

 

Bauhummel: Arbeiterin, die (am ersten Lebenstag als Imago oder später bei Bedarf) Bau- und Pflegearbeiten übernimmt. Gegensatz: Sammelhummel. - Besonders kleinwüchsige Arbeiterinnen (nicht Zwergarbeiterinnen der ersten Nachkommensgruppe) verbleiben in der Regel Bauhummeln.

 

Baumhummel (Bombus hypnorum): Gehört zu den kurzrüsseligen Hummelarten mit großem Flugradius. Sie ernährt ihre Larven als eine den Pollen einstampfende Art (sog. Pollenstorer), d.h., sie holt Pollen zum Verfüttern aus besonderen Pollenvorratsbehältern außerhalb der Brutwabe (sozusagen "vom Lager") und füttert die Larven bei Bedarf direkt (s. Pollenstorer, Pocketmaker, Gartenhummel).

 

Biotop: (Der) Lebensstätte - Ort an dem eine Art lebt; Imago und Larve können in verschiedenen Biotopen vorkommen.

 

Blütenbautypen: Hummelpflanzen sind oft gekennzeichnet durch tiefe Blumenkronröhren und blaue und Purpurfarben. - Im Frühjahr werden gelbe Blüten häufig besucht, auch unscheinbar grünliche von Johannis- und Stachelbeeren. Bienenblütig sind Kirsche, Apfel, Birne ... Taubnesseln: Weiß (Schauapparat) wird vom Nektarduft (Geruchssignal) unterstrichen.

 

Blütenformen: Hummeln haben zwei- bis vierfach längere Rüssel als Honigbienen. Hummeln sind sehr starke Insekten: Sie können sogar Löwenmäulchenblüten öffnen. Blütenpflanzen haben von Art zu Art recht unterschiedlich geformte Blüten. Viele Blütenkonstruktionen sind "wie für Hummeln gemacht", z.B. von Salbei, Bohnen, Dicken Bohnen, Wicken, Schwarznessel, Fingerhut, Eisenhut, Rittersporn, Lupinen und Sumpfiris.

 

Befruchtung Blüte: Zur Befruchtung wächst das Pollenkorn zu einem Schlauch aus, der durch den Griffel zur Eizelle in die Samenanlage vorgetrieben wird. Durch diesen Pollenschlauch gelangt die männliche Fortpflanzungszelle zur weiblichen Eizelle.

Dann erst erfolgt die Embryonalentwicklung, und dabei entsteht der Samen.

 

Bestäubung: Die bedeutendste Rolle als Blütenbesucher spielen die Hautflügler (Hymenoptera), unter ihnen die langrüsseligen Bienenarten (Hummeln, Honigbienen und Wildbienen). Mittels ihres Haarkleides übertragen sie den Blütenstaub (Pollen) auf die
Blütennarben, was zur Befruchtung führt. Bestäubung ist ja die Übertragung des Pollens auf die Narbe. Dies ist der obere, etwas klebrige Teil des Stempels. Zur besseren Aufnahme dienen noch einige Vertiefungen.

Die Bienen bestäuben 80-90% der insektenblütigen Pflanzen. Honigbienen sind zahlenmäßig besonders im Frühjahr überlegen und durch ihre Blütenstetigkeit (s. u.) wird der Frucht- und Samenertrag wesentlich gesteigert. Die Süßkirsche ist von der Bestäubung von Bienen und Hummeln absolut abhängig, beim Raps etwa 30%ige Steigerung im Samenanbau (rascheres Abblühen erbringt gleichmäßigere Reife), bei Kernobst etwa fünffache, bei Klee etwa doppelte Ertragssteigerung.

 

Blüteneinbruch: s. Nektarraub / Blüteneinbruch.

 

Blütenstetigkeit (Blumenstetigkeit): "Eingearbeitete" Arbeiterinnen besuchen überwiegend den eintrainierten Blütentyp (Arbeiterökonomie). "Spezialisten" sind in höherem Maße blütenstet als "Generalisten"). - Königinnen im Frühjahr verfügen kaum über Blütenstetigkeit (noch keine Massentracht im Angebot). Hummeln müssen in kurzer Zeit möglichst viel Nektar und Blütenstaub sammeln. Das klappt umso besser, je mehr jede einzelne Sammlerin eines Volkes sich auf eine oder wenige Blütenkonstruktionen spezialisiert hat.

So "trainierte" Hummeln sammeln so lange "blütenstet" (blumenstet an derselben Pflanzenart), wie diese genug Futter liefert. Wird die Nahrung knapp und liefern andere Blumen jetzt "billiger" oder "mehr" Energie bei gleichem Arbeitsaufwand, dann wechselt die Hummel ihre bisher bevorzugte Sammelblume. Damit die Sammlerin stets genau weiß, welche Pflanzenart gerade am vorteilhaftesten Futter anbietet, prüfen Hummeln ständig auf ihren Flügen mehrere Blütenarten. Hummeln sind also nicht im gleichen Umfang blütentreu, wie Honigbienen, sondern eher durch Training unterschiedlich gut spezialisiert. Da viele Pflanzen von Stunde zu Stunde ihr Trachtangebot in Menge (Quantität) und Zuckerkonzentration (Qualität) ändern, müssen Hummeln zu raschem Umwechseln von der einen zur anderen Blumenart während eines Sammeltages bereit sein. Übrigens: Im Gegensatz zu Honigbienen sammeln Hummeln auf einem Flug meist Pollen und Nektar gleichzeitig, falls beides "im Angebot" ist.
Blütenstetigkeit ist das Ergebnis eines Lernvorgangs, einer Konditionierung. Hummeln und viele andere Blütenbesucher reagieren auf erworbene Erfahrungen, die besagen, dass auf Blüten bestimmter Farbe, bestimmten Duftes, bestimmter Zeichnungen und Farbkontraste Futter angeboten wird, durch wiederholtes Aufsuchen dieser lohnenden Objekte.
Eine so entstandene "Bindung an einen bestimmten Energiespender" hält nur an, so lange die entsprechende Pflanze Nektar und Pollen spendet.
Eine solche Bindung gilt als Blütenstetigkeit. Bei Hummeln und Bienen kommt zur Blütenstetigkeit ein hoher Grad von Ortsfestigkeit hinzu. Die Arbeiterinnen sammeln immer im gleichen Geländeabschnitt, in dem diese Konditionierung erfolgte. Blühende Pflanzen derselben Art an ihrem Flugweg hingegen bleiben selbst dann unbeachtet, wenn sie ansonsten die gleiche Attraktivität besitzen, wie diejenigen am Ort der erfolgten Konditionierung.

Außer durch direkte Beobachtung lässt sich Blütenstetigkeit durch Analyse des eingetragenen Pollens nachweisen.
Von 380 untersuchten Hummelpollenpaketen (Corbicularpollen-Paketen) bestanden 188 aus dem Blütenstaub einer einzigen, 115 aus dem von zwei, 44 aus dem drei, 22 aus dem von vier, sechs aus dem von fünf, ferner eines aus dem von sieben unterschiedlichen Trachtpflanzenarten (Brian 1954, in Kugler 1970).

 

 

Blütenstaub: (Pollen) Männliche Keimzellen der Blütenpflanzen. Hochwertige Eiweißnahrung für Insekten. (Koevolution Blütenpflanze / Insekt; Sammeltätigkeit führt "Bestäubung" als Voraussetzung für Befruchtung herbei). Pollen besteht aus lebenden
männlichen Keimzellen und "befruchtet" die Eizellen (weibliche Keimzellen) der "anderen" Blüten. Ohne "Bestäubung" kann keine Befruchtung in den Blüten stattfinden. Bei der Befruchtung wachsen eine männliche und eine weibliche Keimzelle zusammen, genauer: Beide Zellkerne "verschmelzen". Dei beiden unterschiedlichen Keimzellen heißen bei Pflanzen Pollenzelle (männlich) und Eizelle (weiblich).
Befruchtung ist die Voraussetzung von Samen- und Fruchtbildung. Ohne Bestäuberinsekten gäbe es kaum Obst und Gemüse. Sehr viele Pflanzen und Insekten sind in hohem Grade aufeinander angewiesen. Hummeln sind sehr erfolgreiche Bestäuberinnen, selbst bei kaltem, regnerischem, windigem Wetter unter 9°C, wenn keine Honigbienen fliegen können.

 

Bombus: Allgemein, Hummel.

 

Brust: Zwei Flügelpaare und drei Beinpaare sind in der Brust der Hummeln eingelenkt. Im inneren füllen mächtige Flugmuskeln den dreiteiligen Brustabschnitt aus.

Brutwärmeproduktion: Erfolgt durch Veratmung (Stoffwechselwärme) der Königin, später auch der Arbeiterinnen und durch Larvengruppen (soziale Wärmeregulation).

Ebenfalls durch Wärmeabgabe von der Königin und den Arbeiterinnen über den Hinterleib (Abdomen), so wird es ermöglicht dass eine gleichmäßige hohe Bruttemperatur erreicht wird und gehalten wird.

 

 

Bruttemperatur: Ihr Optimum liegt bei ca. 31,5 °C. Ungünstigenfalls kann bei längerer Abwesenheit der Brutpflegenden Königin auf einem Sammelflug die Temperatur bis auf ca. 23 °C. absinken. In der Regel fällt die Temperatur allerdings nur bis auf ca. 27 °C. ab. Im engeren Nestbereich liegt die Temperatur zwischen 27 und 29 °C.

 

Brüten: Besonders die Königin legt sich in charakteristischer Brutstellung um ihre Ei- bzw. Larvenwiege und hält durch Wärmeabgabe über den Hinterleib eine möglichst gleichmäßig hohe Bruttemperatur aufrecht. (30 °C. in gemäßigten und 35 °C. in arktischen Breiten).

 

C

 

Caput: (Kopf) Feste Kopfkaspel, trägt Mundwerkzeuge (Mandibel = Kiefer zum Beißen und Wachskneten), Rüssel (zur saugend-leckenden Nektaraufnahme), drei Stirnaugen (Ocellen) sowie (nur Imagines) zwei Komplexaugen (Netzaugen), schließlich ein Fühlerpaar (Antennen) als Tast und Riechorgan. - Im Caput; starke Kaumuskeln.  (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

 

 

Chitin: Eine im Tierreich weit verbreitete, für die Gliederfüßer (Arthropoden) besonders charakteristische organische Verbindung als Grundsubstans der Insektenhaut. Eine außergewöhnliche Festigkeit verleihende elastisch-harte Panzerplatte, äußerst widerstandsfähig gegen chemische Einwirkungen.

Es ist ein der Cellulose verwandtes stickstoffhaltiges Kohlenhydrat und gewährt seinem Träger unter natürlichen Verhältnissen einen nahezu unbegrenzten Schutz gegen mechanische und chemische Einflüsse (nicht mehr wachsendes Außenskelett).

 

 

Chromosome: Sind die Träger der Erbmasse, Kernschleifen, die im Zellkern einer Zelle aus dem Chromatingerüst und den Chromatinkörnchen bei der Zellteilung entstanden sind. Die Teilung erfolgt durch Längsspaltung, die beiden neu entstandenen Zellen enthalten je ein Spaltstück aller Chromosome (nach Jacoby). Die Biene weist 16 Chromosomenpaare auf.



Corbiculum: (Körbchen), Sammelapperat.

Corbicularborsten: (Körpchenborsten), Teil des Sammelapparates am Unterschenkel der Sammelbiene.

Corbicularpollen: Pollenmasse, die als "Höschen" eingetragen wird.

 

Collare: Helle Binde (Halsbinde) im vorderen Brustbereich vieler Hummeln.

 

 

D

 

 

Deklinationsphase: Eines Volkes beginnt mit dem Erscheinen der Geschlechtstiere, in der das Vermögen zur sozialer Wärmeregulation noch wenig entwickelt ist.

 

Diapause: Überwinterung (Ruhestadium) - es dient der Überbrückung ungünstiger Jahreszeiten wie im Winter oder Sommerhitze.
Der Stoffwechsel ist dabei weitgehend eingestellt. Kann bei allen Stadien auftreten und hängt mit Tageslänge und Temperatur zusammen.

 
Doppelgängerarten: Arten, deren Feldentomologische Kennzeichen (Färbung, Abzeichen) keine sichere Unterscheidung im Gelände ermöglichen.

 

Drohnen: Sind männliche Geschlechtstiere (Einzahl Drohn). Drohnen sind aus unbefruchteten Eiern, bzw. auf ungeschlechtlichen Wegen entstanden. Drohnen können Söhne der Königin oder einer Arbeiterin sein. Die Königin legt zu einer bestimmten Zeit unbefruchtete Eier. Arbeiterinnen wurden nie begattet, daher können ihre Eier wenn sie welche legen nicht befruchtet werden. Aus den ihren gelegten Eiern entstehen immer nur männliche Tiere also (Drohnen).

 

 

Besonderheiten bei Drohnen:

 


a) Drohnen haben größere Facettenaugen als Königinnen und Arbeiterinnen.


b) Bei den Drohnen sind die meist gelben Haarbüschel im Gesichtsfeld stärker ausgeprägt als

    bei den Königinnen und Arbeiterinnen.

c) Die Fühler der Drohnen sind wesentlich länger als die der Königinnen und Arbeiterinnen und

    bestehen aus 13 Gliedern, ganz im Gegensatz zur Königin und Arbeiterin, die besitzen nur

    12 Glieder.
d) Der Haarwuchs der Drohnen ist auffallend stärker als der der Königinnen und Arbeiterinnen.

e) Die Drohnen weisen eine größere Variabilität der Farbtönung auf als die Königinnen und 

    Arbeiterinnen.

f) Alle Drohnen haben einen stumpferen Hinterleib als Arbeiterinnen und Königinnen.

 

 

Drohnenflugbahn: Wird von Hummelmännchen (Drohnen) im weiteren Nestbereich auf artspezifisch unterschiedlich gestalteten Bahnen (z.B. mehr in Bodennähe / in halber bis ganzer Baumhöhe) stunden- oder tagelang patrouilliert. Drohnenflugbahn kann eine 40 m breite, 90 m lange und ellipsenähnliche Figur im Gelände darstellen. Drohnenflugbahn kann bis 18 m größte Höhe bei Steinhummel haben und etwa 20 Gruppen von Anflugpunkten, an denen Duftmarken gesetzt werden (Mandibeldrüsen-Sekret), aufweisen. - Bei Erdhummel (Bombus terrestris) wurde Farnesol als Duftstoff nachgewiesen. Drohnenflugbahn wird in der Richtung stets im gleichen Richtungssinn durchflogen (`Einbahnstraße´). An der Drohnenflugbahn finden sich die Partner zur Kopulation.

 

 

E

 

 

Eiablage: Erfolgt bei Hummeln nicht einzeln in Zellen, sondern in Gruppen (ca. 8 bis 16), eingebettet in "Bienenbrot" (Pollen-Nektargemisch), durch Wachsüberzug versiegelt. (So ist Bebrütung durch Altkönigin möglich).

 

Einteilung nach der Rüssellänge:

1. Bombus: Kurzrüsselig.

2. Pyrobombus: Kurz- bis mittellangrüsselig.

3. Megabombus: Langrüsselig.

 

 

Einweiseln: Einsetzen der "Weisel" (Königin) in vorbereitete Niststätte (Nisthilfe).



Eiwiege: Bzw. junger Brutklumpen oder junge Brutwabe: wird der Eibecher nach dem Belegen bzw. Bestiften mit Eiern und nach dem Verschließen mit Wachs genannt.

 

Eiweiß (Albumin): Eiweiß ist eine Stickstoffsubstanz und neben Kohlenhydrat der allerwichtigste Nährstoff. Hummeln nehmen nur pflanzliches Eiweiß in Form von Blütenpollen auf, für die Aufzucht der Brut ist Eiweiß unerlässlich. Ohne Eiweißnahrung ist der Aufbau eines tierischen Körpers nicht möglich.

 

Eierstöcke: Sie sind paarig angelegt, in denen sich die Eier entwickeln. Während diese den Eileiter passieren, gelangt wahlweise der in der Samenblase (Spermatheka) deponierte Vatertiersamen zur Befruchtung an das Ei. Der Samen bleibt während der Lebensdauer der Königin befruchtungsfähig.

 

Entomologe: Ist ein Fachwissenschaftler der Insektenkunde (weibliche Form: Entomologin); auch Hobbyforscher, der sich schwerpunktmäßig ernsthaft mit der Insektenkunde befasst.

 

Entwicklung: (Eines einzelnen Tiers) nach der Geburt; Metamorphose bzw. Umwandlung genannt: Verwandlung von der Jugendform zur Erwachsenenform, z.B. bei Kerbtieren, Krebsen, Lurchen und allgemein bei Tieren, deren "Kinder" und "Jugendliche" den Erwachsenen nicht ähnlich sehen. Bei Tieren, deren Jugendform den Erwachsenen gleicht (z.B. bei Säugetieren, Vögeln, Schlangen), läuft die Entwicklung ohne besondere äußere Auffälligkeiten, d.h. ohne Umwandlung oder Metamorphose, ab. Lediglich Wachstum und Reifungsprozesse kennzeichnen bei ihnen die Entwicklung.

 

Entwicklungshöhepunkt: (Eines Volkes): Zeitpunkt, an dem Geschlechtstiere (männliche bzw. Drohnen, weibliche bzw. Jungköniginnen) geboren werden. Man spricht vom Entwicklungshöhepunkt, weil es mit dem Volk von nun an "bergab" geht. Arbeiterinnen und Altkönigin sterben etwa einen Monat später. Die begatteten jungen Königinnen des Volkes suchen im Gelände Verstecke auf, in denen sie bis zum nächsten Frühjahr in energiesparender Starre ruhen.


 

F

 

 

Facettenaugen: Komplexaugen oder auch Netzaugen, also "zusammengesetzte Augen", heißen die großen Augen der Insekten. Sie sind aus sehr vielen, bis zu mehreren tausend einzelnen optischen Apparaten(mit ebenso vielen Augenlinsen) zusammengesetzt. Grundverschieden vom Wirbeltierauge konstruiertes Insektenauge. Größte Empfindlichkeiten für Bienen (Hummeln) bei 350 nm (ultravioletter Bereich) und 500 nm (blaugrüner Bereich des Spektrums). Langwelliges Licht (rot) wird nur von Tagfaltern wahrgenommen. - Jede "Facette" repräsentiert ein Einzelauge mit eigenem lichtbrechendem Apparat. Das Facettenauge ist somit eine "Augengruppe" aus vielen (bis zu 28 000) vereinigten optischen Apparaten, deren jeder eine eigne Linse besitzt. Facettenauge dient Bildsehen (farbig) und Richtungssehen. - Alle Einzellinsen bilden gemeinsam auf der Augenoberfläche ein regelmäßiges Sechseckmuster, daher auch "Netzauge".  (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

Familie: Kategorie der biologischen Systematik oberhalb der Gattung.
 

Farben: Von Bienen und Hummelblüten sind blau, violett, ultraviolett; auch gelb, nie reine Rottöne.

Farben sehen: Das Farbensehen der Hummel und Honigbiene ist von grundsätzlich gleicher Art wie das des Menschen: Es ist trichromatisch, allerdings zur kurzwelligen Seite des Spektrums hin verschoben. Mit anderen Worten: Während Bienen das für unsere Augen unsichtbare (kurzwellige) Ultraviolett als bienenpurpur sehen, nimmt das menschliche Auge (langwellige) reine Rottöne deutlich und leuchtend wahr, die für Bienenaugen nicht mehr im sichtbaren Bereich liegen und daher als Bienenschwarz gelten. Ähnlich oder sogar gleich ist die Farbenwahrnehmung der Hummeln ausgebildet. Hummeln vermögen Gelb, Grün und Blau als Farbqualitäten wahrzunehmen und registrieren ebenfalls Ultaviolett. Dunkles Rot verwechseln sie mit Grauschwarz, d.h. Hummeln sind ebenfalls rotblind. Innerhalb der hier aufgeführten Farbgruppen vermögen Hummeln mit großer Sicherheit feinste Farbnuancen zu unterscheiden.

 

 

Farbenspektrum:Der Bienen und Hummeln reicht vom UV-Bereich unterhalb 300 nm bis ca. 600 nm (Mensch: 400 bis 800 nm), d.h.: deutliche Erweiterung des farbensehens im kurzwelligen Bereich; reine Rottöne werden von Bienen und Hummeln nicht als Farbe wahrgenommen. ("Rote" Blüten, z.B. Mohn, besitzen als Anflughilfen / Landemarken daher "Saftmale", die Licht im ultravioletten Bereich abstrahlen.)

 

 

Fächeln: Dient der Temperatur-Regelung im Volk. Mit dem Kopf zum Flugloch stellen sich die Hummeln davor auf und sorgen durch raschen Flügelschlag für Frischluft-Zufuhr im Hummelstock, womit sie die Temperatur regeln. Auch innerhalb des Nestes wird von den Hummeln ein Luftstrom erzeugt.

 


Feldtomologische Kennzeichen: (Art-) Merkmale / Erkennungszeichen, die sich im Feld (Freiland) erkennen und für die Artbestimmung heranziehen lassen.

Fernsammler: Hummelarten, die bei Notwendigkeit 1 bis 2 km zu ihren Trachtpflanzen zurücklegen, z.B. Erdhummel, Hain-, Steinhummel, Gartenhummel und Baumhummel.

Flughummel: (Flugbienen) Arbeiterinnen, die als Sammlerinnen tätig sind. Gegensatz: Bauhummel.


Feldtomologische Kennzeichen: (Art-) Merkmale / Erkennungszeichen, die sich im Feld (Freiland) erkennen und für die Artbestimmung heranziehen lassen.

Fernsammler: Hummelarten, die bei Notwendigkeit 1 bis 2 km zu ihren Trachtpflanzen zurücklegen, z.B. Erdhummel, Hain-, Steinhummel, Gartenhummel und Baumhummel.

Flughummel: (Flugbienen) Arbeiterinnen, die als Sammlerinnen tätig sind.

                       Gegensatz: Bauhummel.

 

 

Flügel: Hymenopteren (Hautflügler) sind "fürs Fliegen geboren". Ihre Hinterflügel sind kleinflächiger als die Vorderflügel. Auf der Vorderader der Hinterflügel steht eine Reihe Hakenborsten: eine Art "Klettverschluss", der Hinterflügel und Vorderflügel bei Bedarf miteinander verbindet. Im Flug werden deshalb die Hinterflügel von den Vorderflügeln "mitgezogen", wodurch eine funktionelle Zweiflüglichkeit (Weber & Weidner 1974) entsteht. Die hohe Schlagfrequenz aller Hochleistungsflieger unter den Insekten beruht auf anatomischen (indirekte Flügelmuskulatur) und nervenphysiologischen Sonderentwicklungen. (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

Fortpflanzung: Erfolgt i.d.R. durch eine begattete Königin (s. Drohn, s. Drohnenflugbahn), die wahlweise befruchtete Eier zur Weibchenaufzucht (geschlechtliche, F.) oder unbefruchtete Eier zur Drohnenaufzucht (ungeschlechtliche, parthenogenetische F.) legt. Im Sonderfall legen dominante Arbeiterinnen (stets unbegattet) unbefruchtete Eier, aus denen stets (haploide) Männchen entstehen. Fortpflanzung, parthenogenetische, erfolgt bei Hautflüglern aus haploiden (unbesamten) Eiern der Königin oder ersatzweise - z.B. bei deren Verlust oder fehlender Dominanz - durch eine (oder wenige) fertil werdende, doch stets unbegattete Arbeiterin(nen).



Fressen: Pollen (Blütenstaub) aufnehmen, dient dem Baustoffwechsel, nicht dem Betriebsstoffwechsel. Pollen ist proteinreiches wertvolles Aufzuchtfutter. Königinnen, Larven, Jungköniginnen und junge Drohnen im Nest fressen viel Pollen. Die Königinnen, die im Frühjahr an Weidenkätzchen sitzen, fressen Pollen und trinken Nektar. Pollenaufnahme ist bei ihnen wichtig für das Heranwachsen der Eier in den Eierstöcken. Man spricht von Reifefraß. Pollen ist Eiweißfutter und enthält auch Fette und Mineralsalze. Nektar ist ebenfalls Nahrung, nicht bloß ein Getränk.

 

Fuß: Unteres (End-)Glied der sechs Hummelbeine. Insektenfüße können wichtige Sinnesorgane tragen. Sie sind nicht bloß zum Festhalten, Anklammern oder Laufen da. Fliegen schmecken sogar mit den Füßen (Futterkontrolle). Bienen und Hummeln nehmen über besondere Sinneshaare am Fuß Erschütterungen (vielleicht auch sehr tiefe Töne) wahr. Hummeln können sich je nach Bedarf mit Krallen (an den Füßen) an rauen Flächen oder griffigen Strukturen festhalten oder aber mit einem Haftlappen (an den Füßen) an glatten Flächen "anheften". Beim Einsatz der jeweils günstigeren "Kletterhilfe" wird die andere weggeklappt. (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

Fühlerglieder: Der Fühler der Drohnen besteht aus 13 Gliedern, die Königin und Arbeiterin haben nur 12 Glieder.

 

Füttern: Jungtiere (Larven und Maden) fressen zuerst vom Bienenbrot, auf dem die ersten Eier liegen. Bienenbrot ist eine marzipanweiche "Knete" aus Pollen, der mit Nektar versetzt ist. Schließlich füttern Mutter (Königin) und jüngere Schwestern (Ammen, die Pflegedienst im Nest tun: Arbeiterinnen also). Es gibt zwei Wege zu füttern:

a) Es wird von außen ein Futterfenster in die Wachshülle (Larvenwiege) geöffnet. Die Amme "spuckt" eine Nektar-Pollen-Mischung (eine süße "Suppe") hinein. so füttern viele kurzrüsselige Hummeln, die ihren Pollen in besonderen Pollenbehältern nebenan einlagern (z.B. Erd-, Hain-, Wiesen-, Stein-, Baumhummel). Pollenstampfer oder Pollenstorer nennen Hummelfachleute solche Arten, die Blütenstaub in Pollentöpfen oder umgebauten Puppenzellen einlagern bzw. storen.

b) Die Amme füttert bloß den Nektar durch ein Futterfenster. Den Pollen fressen die Larven ohne Ammenhilfe aus einer Pollentasche (dem Pocket), die seitlich und unter der Larvenwiege angebaut ist. Sie sieht ein bisschen aus wie der Hohlraum eines holländischen Holzschuhs und funktioniert vergleichsweise wie eine halb aufgezogene Schublade für Blütenstaub. Sie wird "von draußen" ständig nachgefüllt. So füttern viele langrüsselige Arten (z.B. Ackerhummel, Gartenhummel) ihre Brut. Taschenfütterer oder Pocketmaker nennen Hummelfachleute solche Arten.

 

 

G 

 

Gartenhummel: Sie füttert ihre Larven mit Pollenvorräten, die sie in seitlich an die Brutwaben angebaute Wachstaschen (Pockets) einfüllt und direkt unter die Brutwaben (Larvenwiegen, Larvenkammern) schiebt.

Die Larven fressen den "Fußboden" ihrer Larvenkammer, der laufend durch nachgeschobene Pollenvorräte von außen ergänzt wird. Gartenhummel und Ackerhummel, die ihre Larven in gleicher Weise versorgen, gehören deshalb zur Gruppe der sog. Pocketmaker. Lediglich Nektar muß den Larven von ihren Ammen vor die Mundöffnung gespuckt werden  (s.Stichworte Pocketmaker, Pollenstorer, Baumhummel !).

 

Gattung: Kategorie der biologischen Systematik, die zwischen Art und Familie steht.

 

Gefährdung durch Tiere: Säugetiere, die Hummeln und deren Nachwuchs (Nester) nachstellen: Dachs, Fuchs, Marder, Waschbär, Igel, Spitzmäuse, Maulwurf, Mäuse und Ratten.

Aber auch der Mensch, als Säugetier, der den Hummeln und deren Nestern nachstellt, meistens aus Unwissenheit, Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit.

 

Generalisten: Ein Hummelvolk hat große und kleine Arbeiterinnen. Also auch solche mit längerem und andere mit kürzerem
Rüssel. Die können folglich an sehr unterschiedlich "schwierigen" Blüten sammeln. Hummeln können an fast allen Insektenblüten sammeln. Sie spezialisieren sich erst mit zunehmendem Training auf besonders lohnende Blumen, die am Ort und zur jeweiligen Jahreszeit blühen. Ursprünglich sind Hummeln also "Generalisten" (Alleskönner).

 

Geschlechtstiere, weiblich: Sind Königinnen. Königinnen sind aus befruchteten Eiern, auf "geschlechtlichem Wege", entstanden, reichhaltiger gefüttert und mit mehr Aufwand, d.h. von mehr Ammen bzw. Pflegehummeln aufgezogen worden als Arbeiterinnen. Sie haben, anders als Honigbienen, kein besonderes Futter bekommen, nur über eine längere Entwicklungszeit. (s. Fortpflanzung, Vermehrung). Weibliche Geschlechtstiere, bei sozialen Hautflüglern mit Kastenbildung (Ameisen, Bienen, Hummeln und Wespen) Vollweibchen bzw. Königin; bei Hautflüglern ohne Kastenbildung (solitäre Bienen, z.B. Blattschneiderbienen) Weibchen.
Arbeiterinnen der sozialen Hymenopteren zählen nicht zu den Geschlechtstieren.


Geschlechtstiere, männlich: Sind Drohnen (Einzahl: der Drohn). Drohnen sind aus unbefruchteten Eiern, auf "ungeschlechtlichem Wege", entstanden. Drohnen können Söhne der Königin oder einer Arbeiterin sein. Die Königin legt zu einer bestimmten Zeit unbefruchtete Eier. Arbeiterinnen werden nie begattet, und ihre Eier können daher nicht befruchtet werden. (Im Übrigen: Arbeiterinnen legen nur ganz ausnahmsweise einmal Eier.) Hin und wieder treten bei Hummeln drohnenbrütige Königinnen auf: Tiere, die keine befruchteten Eier legen können (1998 bei Bombus pratorum, der Wiesenhummel, beobachtet). Drohnen (immer haploid, lediglich mit dem einfachen Chromosomensatz ihrer Mutter ausgestattet; Drohnen besitzen keinen Vater.)

 

 

Gliederfuß, Gliederfüßer: Stammeskennzeichnender Extremitäten-Bauplan aller Gliederfüßer, heißt eine umfangreiche "Gruppe" wirbelloser Tiere, mithin der Klassen Doppelfüßer. Dazu gehören z.B. Krebstiere, Spinnentiere, Kerbtiere (Insekten), Hundertfüßer. Kerbtiere ist der Bauplan des gegliederten Fußes: Röhrenelemente (Außenskelettabschnitte) des Ges. sind im typischen Fall: Hüftglied, Schenkelring, Schenkel, Schiene, Fuß mit Klauen. Ein Gliederfuß ist aus mehreren aufeinander gesetzten rohrförmigen Fußabschnitten zusammengesetzt. Das "Rohr" erhält durch das organische Baumaterial Chitin seine Festigkeit. Die einzelnen "Rohrstücke" sind durch elastische Glenkhäute miteinander verbunden. Die Muskeln liegen innen in den "Rohrgliedern". Die einzelnen Chitinabschnitte bilden ein festes Außenskelett. Der Gliederfuß einer Biene oder Hummel ist grundsätzlich entsprechend konstruiert, folgt also einem sehr ähnlichen Bauplan. Schiene und Schenkel des 3. Beinpaares der Hummel und Honigbienen sind zu hochspezialisierten Sammelapparaten entwickelt.
- Im Verein mit charakteristischen Sammelbewegungen, z.B. dem "Höseln", ermöglichen sie (für das Insekt) rasch und wirkungsvoll große Blütenstaubmassen heimzutragen und garantieren gleichzeitig den pollenliefernden Pflanzenarten eine sichere Bestäubung und somit höchste Befruchtungsraten, Frucht- und Samenerträge im Dienst der Arterhaltung. Früchte und Samen (zur Nahrungsbasis) dienen wieder anderen Tieren als Nahrung; hierdurch wird eine weiträumige Verteilung keimfähiger Samen gesichert. ("Denken in Beziehungszusammenhängen".)

 

 

Größenpolymorphismus: Bedeutet "ganz unterschiedliche Körpergröße der weiblichen Tiere". Die weiblichen Tiere, Königinnen und Arbeiterinnen, sind unterschiedlich groß. Anders als bei Honigbienen sind aber auch die Arbeiterinnen ein und demselben Hummelvolk sehr unterschiedlich groß. Die jeweilige Körpergröße einer Hummelarbeiterin ist abhängig von ihrer Versorgung mit Wärme und Nahrung im Larvenalter (während des Wachstums). Erst aufgrund des Größenpolymorphismus sind die einzelnen Tiere so unterschiedlich einsetzbar. Jede Größenstufe befähigt besonders zu einem speziellen Job im Hummelalltag, z.B. zum Sammeln an Blüten mit kürzeren oder längeren Blumenkronröhren. Die kleinsten Arbeiterinnen eines Volkes nennen wir Zwergarbeiterinnen. Sie fliegen nur ausnahmsweise zum Sammeln und sind deshalb im Gelände nur selten zu entdecken.

Größenpolymorphismus der Arbeiterinnen: Charakteristisch bei Hummeln, jedoch von Art zu Art unterschiedlich. - Gerade "Generalisten" (vgl. dort) weisen starken G. auf (z.B. Ackerhummel, Waldhummel). Die mit G. einhergehende bedeutende Streuung in den Rüssellängen der Sammlerinnen eines Volkes können als Strategie zur optimalen Ausbeutung aller in Nestnähe angebotenen Blütenbautypen gedeutet werden (selektive Bedeutung). Langrüsselige Arten mit G. sind somit in der Lage, sich eine besonders breite Palette angebotener Trachtpflanzen sammelnd zu erschließen. Sie können daher auch als "Haustürsammler"(s. dort) genügend Nahrung finden. (Vgl. auch Zwergarbeiterinnen!)

 

 

 

H

 

Haarbüschel im Gesichtsfeld: Bei den Königinnen und Drohnen vieler Arten gelb.

 

Habitat: Lebensraum bzw. das standortbedingte Vorkommen eines Lebewesens leben zwischen Organismen, aus dem beide Partner Nutzen ziehen.

 

Haustürsammler: Arten, die in Nestnähe ausreichend Nahrung sammeln können. Begründung hierfür sind unter "Größenpolmorphismus" dargelegt. Haustürsammler sind z.B. Acker- und Waldhummel. (s.
Kurzstreckenflieger).


Hibernaculum: Überwinterungshöhle, Diapauseversteck einer Jungkönigin. Meist im Erdboden, unter Moospolster, Bis 20 cm weit bzw. 15 cm tief gegrabener Gang. Wohl auch hinter Borkenfetzen im Mulm (verrottetes Holz), an stehenden Stämmen.

 

Hinterleib: (Abdomen) Er enthält immer den großen Sozialmagen (Nektarkropf) zum Einlagern und Heimtragen des gesammelten Nektars. Luftsäcke unter der Haut sorgen für Wärmeisolation. Ein"Herz" liegt oben, und ein Wärmefenster zum Abstrahlen der vom Körper gelieferten Brutwärme nach außen liegt unten im Hinterkörper. An Rücken- und Brustseite des Hinterleibs liegen Wachsdrüsen. In der Hinterleibsspitze münden Geschlechtsorgane, Darm und (bei Weibchen) der Giftstachel. Eierstöcke, Hoden und Giftdrüse liegen innen im Hinterleib.  (Siehe unter mikroskopische Aufnahmen)

 

Hinterleibsende: Das Hinterleibsende, bzw. spitze, jeweils unbehaarte Stachelende der Königin, Arbeiterinnen und Genitalende der Drohnen aller Arten ist stets schwarz.

 

 

Hochzeitflüge: Junge Hummelköniginnen merken sich in Orientierungsflügen (s. Stichwort Orientierungsflug) genau die Lage ihres Mutternestes. Sie fliegen in der ersten Lebenswoche täglich ein- oder mehrmals zu Hochzeitsflügen aus. Die Begattungen (Kopulationen,
"Paarungen") mit Drohnen (Männchen) aus anderen Völkern ("Vatervölkern") finden meist an Pflanzen sitzend statt. Eine Königin kann von unterschiedlichen Drohnen begattet werden, doch die einmalige Begattung ist wahrscheinlich ausreichend. Ihre Töchter, die im
nächsten Jahr geboren werden, können also Halbschwestern sein! Nach einer Reihe von Hochzeitflügen kehren die Königinnen nicht mehr ins Nest zurück, sondern graben sich für die Ruheperiode ("Diapause") bis zum nächsten Frühjahr ein. (s. Überwinterungshöhle)

 

Honig: Bienen müssen für den Winter Vorräte sammeln. Bienenhonig ist eine geeignete lagerfähige Vorratsnahrung.

Bienenhonig wird aus Nektar hergestellt. Nektar wird dazu eingedickt.

Das funktioniert so: Das meiste Wasser des Nektars wird beim Hin- und Herreichen zwischen mehreren Honigmacherinnen verdunstet. Hierbei geben die Bienen noch körpereigene Wirk- und Geschmacksstoffe in den Honig. So entsteht köstlicher und lange lagerfähiger Bienenhonig, der besonders gesund ist. Die Völker der Honigbienen leben viele Jahre, unsere Hummelvölker hingegen leben nur einen Sommer.


Hummeln brauchen keine Wintervorräte: Weil ein Hummelvolk so schnell aus einem einzigen Tier, nämlich der überwinterten Jungkönigin, heranwächst, ist nie Nektar als Dauervorrat "übrig". Den brauchen Hummeln deshalb nicht, weil ihre Völker nicht überwintern. In der kurzen Zeitspanne, die ein Hummelvolk besteht, muss sehr rasch Nahrung (Pollen und Nektar) für den ständigen Verbrauch eingetragen werden; obendrein Nektar als Heizmaterial und Rohstoff für die Wachsproduktion.
Die geringen Vorräte reichen im Hummelvolk immer bloß für einen oder zwei Tage und Nächte. Deshalb kann man auch behaupten: "Hummeln leben von der Hand in den Mund." Und das ist eine recht zutreffende Aussage.
Nektar in den Nektar- oder Honigtöpfen der Hummelwaben ist deshalb kaum verändert: Er ist noch fast so dünnflüssig, wie er von den Blüten geliefert wurde. Hummeln haben "keine Zeit" und zu wenig Tiere im Volk zum Eindicken von Nektar, und es ist im übrigen gar nicht nötig, lagerfähigen Honig herzustellen. Deshalb ist es richtiger, von Hummelnektar als von Hummelhonig zu sprechen.

 

Honigtau: Im Frühsommer beginnt die Honigtaubildung, die durch Pflanzensauger (Lachniden, Lecanien u.a.) ausgelöst wird. Der Honigtau dient Bienen, Hummeln und anderen Insekten (Wespen, Ameisen u.a.) als Kohlenhydrat-Nahrung, d. h. als Energiespender. Er ist kein reiner Pflanzensaft mehr, er hat vielmehr durch die Honigtau-Erzeuger bereits eine Umwandlung erfahren. Die Honigtaubildung, und vor allem die Aufnahme durch die Bienen (auch Hummeln), ist stark witterungsbedingt. Sie kann an Laub- und Nadelbäumen (s. Phloem) erfolgen.

 

Höschen: (Pollenhöschen, Höselpollen, Corbicularpollen) s. Körbchenborsten!

 

Hummelarten: Einige noch verbreitete Arten sind Baumhummeln (s. dort), Gartenhummeln (s.dort), ferner Erd-, Hain, Stein- und Ackerhummel. Hummelarten sind allein aufgrund ihrer Färbung und Körpergröße im Gelände nicht immer sicher voneinander zu unterscheiden, da es viele ähnlich gezeichnete Arten gibt.

Hummelklappe: Erfinder Horst Jäckel, Armin Krenz und Harry Abraham.

Weiterentwickelt wurde diese Hummelklappe von Jürgen Börner, dem Betreiber dieser Hummelseite!

Die Hummelklappe dient zur Abwehr von der gefürchteten Wachsmotte und anderen Getier.

Die Hummelklappe besteht aus der Klappe, dem Holzklotz und dem dazugehörigen Bohrungen im Holzklotz. Jeder Hummelfreund sollte zum Schutz seines Hummelnestes eine Hummelklappe anbringen! (Siehe unter Basteltipps)

 

 

Hummelpension: Im Volksmund auch Hummelkasten genannt, ist von Hummelfreunden künstlich geschaffene Nistmöglichkeit für Hummeln. Die Hummelpensionen können aus Holzbeton, Holz oder anderen Materialien bestehen und im Garten aufgestellt werden.

(Siehe unter Hummelpensionen)

 

 

Hummelpensionsvorbau: Dieser ist angebracht an der Hummelpension und ist der Eingang der von der Hummel angeflogen wird, um in ihr Nest zukommen. Neueste Vorbauten, sind ausgestattet mit einer integrierten Hummelklappe. (Siehe unter Basteltipps) 

Im Vorbau besteht die Möglichkeit, der Zufütterung bei längeren Schlechtwetterperioden. 

 

Hummelruhr: (Nosematosis), durch Nosema bombi, einzelliger Krankheitserreger (Klasse Microspora) hervorgerufene Infektion. Microspora gehören zu den kleinsten bekannten protozoischen (Urtierchen) Infektionserregern; sind streng wirtsspezifisch. -
Befallsherde: Mitteldarmzellen und Malpighische Gefäße. - Sehr hohe Infektionsrate bereits vor Aufsuchen der Hibernacula im Herbst. Infektion oft apathogen - bei Eintreten ungünstiger Umstände (witterungsbedingter Nahrungsmangel etc.) kann Parasit-Wirt-Gleichgewicht umkippen: Seuchenausbruch. Prophylaxe. Zugabe von Fumidil-B zum Nektar.
Achtung: In der BRD ist Fumidil-B inzwischen nicht mehr zugelassen als Medikament für Honigbienen.

 

Hummelschutz: Betreibt man am besten durch Schutz ihrer Lebensräume (Nahrungspflanzen, Brutstätten). Hummeln sich durch monotone (einseitige) Landwirtschaft und einseitiges ökonomisches Denken aufs stärkste gefährdet.

Wer Gartenabfälle (Rasenschnitt, Moos u.ä. organische Reste) in Gräben, Hängen und Rainen entsorgt, verschüttet die Eingänge von Kleinsäugernestern und vernichtet so Hummelniststätten.

Wer Gartenabfälle in Waldparzellen, Hecken und Bachauen ablagert, vernichtet artenreiche Frühblüher-Fluren und nimmtHummeln und anderen ökologisch wichtigen Insekten dringend benötigte Nahrungsräume und seinen Mitmenschen die Schönheiten und die Ästhetik dieser Lebensstätten. Gartenbesitzer sollten weiter denken und umweltfreundlich handeln.

Zu jedem Garten gehört daher ein gepflegter Komposthaufen! Gartenabfälle werden dort zu pflanzenverfügbaren Humusverbindungen abgebaut. Das ist der wichtigste Dünger, den Kulturland braucht!

 

 

Hummelvolk: Besteht bis zum Höhepunkt seiner Entwicklung aus Königin sowie aus Arbeiterinnen mehrerer Altersgruppen. Danach treten Geschlechtstiere auf: Die Drohnen verlassen alsbald das Volk; die Jungköniginnen kehren mehrere Tage lang ins Nest zurück; teilweise beteiligen sie sich sogar bei Sammel- und Pflegearbeiten.

Nach dem Hochzeitsflügen verlassen sie ihr Muttervolk zur Diapause. - Nun beginnt die Deklinationsphase (s. dort). Das Volk stirbt nun bald ab.
Hummelvölker leben, zumindest außerhalb tropischer Tieflandzonen, nur eine Flugsaison lang, d.h. je nach Art und Umständen zwischen sieben Wochen und drei bis sieben Monaten.