08.01.2011                                    

Hummelansiedlung

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Selbstansiedlung

Sind in Hummelpensionen im vergangenen Jahr erfolgreich Hummelnköniginnen herangezogen worden, dann kommen die Hummelköniginnen von allein wieder. Königinnen merken sich wo ihre Hummelnest war und siedeln sich im Frühjahr von selbst an!

Hummelfreunde die sich zum ersten Mal mit der Hummelansiedlung beschäftigen, oder diejenigen Hummelfreunde die einen Totalausfall hatten im vergangenen Jahr, denen möchte ich einige Tipps geben wie sie wieder Hummeln erfolgreich ansiedeln können.

 

 

Foto: Wilhelm Glass , Rapsfeld
Foto: Wilhelm Glass , Rapsfeld
Foto: Wilhelm Glass , Birnenbaum
Foto: Wilhelm Glass , Birnenbaum

 

 

Wer im Frühjahr solch eine blühende Umgebung hat, da kommen die Hummeln von selbst.

Es brauchen nur noch Hummelpensionen aufgestellt werden.

Um erfolgreich Hummeln anzusiedeln ist es wichtig in seiner Umgebung von Frühjahr bis zum späten Herbst eine Blütenfolge zu haben. Hummeln wollen nur ungefüllte Blüten, gefüllte Blüten mögen für uns Menschen zwar schön aussehen, haben aber für unsere Hummeln keinerlei Nutzen. Hummeln verhungern an gefüllten Blüten!

Wer wissen will welche Pflanzen mit ihren Blüten besonders Interessant sind für Hummeln, kann sich hier informieren.

 

Ebenfalls sind diese Stauden bei Hummeln begehrt!

 

Weiterhin könnt ihr auch diese Hummelstauden für Schatten und Halbschatten anpflanzen.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

 

 

 

Geflecktes Lungenkraut ist eine sehr gute Anlockpflanze für Hummeln. Diese sollte in der Nähe von Hummelpensionen gepflanzt werden.

 

Mit dieser Staude lassen sich kurzrüsselige aber auch langrüsselige Hummelarten anlocken.

 

Hummelpensionen indem ein Hummelvolk im zurückliegenden Jahr erfolgreich eine Hummelvolk hervorgegangen ist, werden meistens durch Rückkehrerinnen, oder durch andere Hummelköniginnen besiedelt. Mit anderer Königin meine ich auch eine andere Hummelart.

Angelockt werden Königinnen durch den Duft der aus dem Einflugloch herausströmt.

Jede Hummelart hat ihre eigene Duftnote. Dies spielt aber bei der Nestsuche einer Königin keine Rolle, denn jede Königin denkt nur an sich, Hauptsache es wird eine Nistgelegenheit gefunden! Aus diesem Grund kommt es zu Stechereien unter den Königinnen, wenn sie sich für ein und dasselbe Nest entschieden haben. Königinnen geben erst Ruhe wenn die Rivalin vertrieben oder getötet wurde.

 

In den seltensten Fällen kommt es vor, dass zwei Königinnen in ein und derselben Hummelpension ihre Hummelnester gründen.

 

 

 

Erstaufstellung von Hummelpensionen.

 

Wird zum ersten Mal  eine Hummelpension aufgestellt, dann ist es von Vorteil wenn die künstlichen Nisthilfen etwas attraktiv gestaltet werden für suchende Hummelköniginnen.

 

In den folge Jahren, kann darauf verzichtet werden!

 

 

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

Bei diesem Nistkasten von der Firma Schwegler konnte ich beobachten das suchenden Hummelköniginnen immer unter dem Vorbau nach einer Nistgelegenheit suchen.

Abhilfe es wird eine kleine Schräge die zum Vorbau führt, gebaut. Diese kann aus Moos, Steinen oder wie auf dem Foto zu sehen, mit einem Flechtwerk aus Weide gestaltetet werden.

Hat die Königin sich für den Nistkasten entschieden durch einen Orientierungsflug und ist mehrmals ein und ausgeflogen, dann übernachtet sie auch in dieser.

 

Am späten Abend die Schräge geräuschlos entfernen und ebenfall den Schieber des Vorbaues geräuschlos schließen. Am nächsten Morgen wird die Königin aus dem Anflugloch des Vorbaues herauskommen und erneut einen Orientierungsflug durchführen.

 

Dieser Schwegler – Nistkasten ist ausgestattet mit einer ausreichenden Belüftung, Anzuchtdeckel, Hummelklappe und Klebefalle.

 

Bauanleitung siehe hier

 

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

 

 

Das Einflugloch vom Vorbau kann mit langfaserigem Moos gestaltet werden, da kann eine Königin nicht widerstehen, dieses Einflugloch zu untersuchen und hinein zu krabbeln.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

 

Ebenfalls können auch Steine, Rindenstücke und Moos bei der Gestaltung des Einflugloches sehr hilfreich sein!

Wichtiger Hinweis: Hat sich die Königin angesiedelt und mehrmals die Hummelpension aufgesucht, dann ist es wichtig spätestens nach 2 Tagen, Moos, Steine usw. so nach und nach zu entfernen, um nicht noch andere Königinnen anzulocken! Der beste Zeitpunkt dafür ist der sehr späte Abend, wenn die Königin nicht mehr ausfliegt.

 

Aktive Ansiedlung

 

In landwirtschaftlichen Gebieten, wo Landwirte viele 1000 Hektar ihrer Anbaufläche mit Energiepflanzen z.B. Mais anpflanzen, um diese dann Biogas – Anlagen zu zuführen; aus denen dann mittels Kraft-Wärme-Koppelungsanlage daraus Strom und Heizwärme zu erzeugen, in diesen Gebieten haben Hummeln und Bienen es besonders schwer zu überleben.

Biogasanlagen die zunehmend im ganzen Land entstehen, sie verlangen ständig Nachschub!

 

Landwirte ernten große Landstriche auf einmal ab, dabei werden tausende Hummeln getötet und ihrer Nahrungsquelle beraubt.

 

Aus diesem Grund bin ich dafür, in Gebieten wo die Hummeln schon selten geworden sind, auch aktiv anzusiedeln!

Aktiv ansiedeln bedeutet; Hummeln schonend einzufangen und ihnen eine Nistgelegenheit anzubieten.

Auf keinen Fall, dürft Ihr Hummeln aus einen anderen Land / Landesteil entnehmen oder euch schicken lassen, um diese dann bei euch anzusiedeln.

Grund: Mit diesen Hummeln werden auch Viren / Krankheiten verschickt und ihr wollt doch nicht dass eure Hummeln in eurer Umgebung davon angesteckt werden!

 

 

Hummellochmethode

Skizze: Jürgen Börner
Skizze: Jürgen Börner

 

 

Stecht mit einem Besenstiel oder einen anderen runden Gegenstand, Löcher in das Erdreich.

Die Lochtiefe, da reichen 15 bis 20 cm völlig aus.

Siehe Skizze

 

 

 

Bitte Foto anklicken!

Sucht euch im Garten eine Sitzgelegenheit von wo aus ihr die Löcher beobachten könnt; Abstand zu den Löchern sollten reichlich 5m betragen. Beschäftigt euch leise, z.B. lest ein Buch, hört ihr jedoch einen Brummton der sich nähert, dann könnte es sich um eine Hummel handeln.

Bemerkung: Hummelköniginnen erzeugen beim Fliegen ein typisches Fluggeräusch, dieser wird als Brummton von uns wahrgenommen, der je nach Hummelart verschieden ist. Dieses Fluggeräusch ist schon von weitem zu hören. Habt ihr euer Gehör dafür sensibilisiert, dann könnt ihr am Fluggeräusch die Königin bestimmen, ohne sie zu sehen!

Seht ihr das eine Königin sich für so ein vorgetäuschtes Mauseloch interessiert und hineingekrabbelt ist, dann wird eine Pappröhre genommen und diese vor das Loch gehalten bzw. vorsichtig etwas hinein geschoben, 1cm reicht dabei völlig aus. In der Zwischenzeit hat die Königin das vorgetäuschte Mauseloch untersucht und wird in die die Pappröhre hinein kriechen. Befindet sich die Königin in der Pappröhre, dann wird mit etwas Moos oder einen Schaumgummipfropfen die Pappröhre verschlossen.

Bemerkung: Es ist zu hören an welcher Stelle sich die Königin in der Pappröhre befindet, da das Papprohr die Laufgeräusche der Königin verstärkt!

Danach wird die Pappröhre aus dem vorgetäuschten Mauseloch herausgezogen und ebenfalls dieses Ende verschlossen mit Moos oder Schaumgummipfropfen. Die Pappröhre wird waagerecht gehalten und mit dieser zur Hummelpension gegangen. Der zuletzt genannten Pfropfen wird entfernt und gleichzeitig vor die Einlaufröhre die zum Hummelnest führt gehalten. Dabei ist zu beachten, dass das Papprohr mit der Königin dicht anliegt am Einlaufrohr. Es darf an dieser Stelle kein Licht eindringen, dies lenkt die Königin ab auf ihren Weg von Pappröhre zur Einlaufröhre. Hört man dass die Königin in die Einlaufröhre eingelaufen und damit auf dem Weg zum vorbereiteten Hummelnest ist, wartet man noch rund 30 Sekunden; dann erst die Pappröhre entfernen und sofort die Einlaufröhre verschließen mit den schon genannten Materialien. Wichtig: Es darf kein Licht eindringen in die Einlaufröhre zum Hummelnest, dies würde die Hummel nur ablenken bei ihrer Nestinspektion.

Nach 5 Minuten wird das Moos oder Schaumgummipfropfen entfernt und leise der Hummelpensionsvorbau geschlossen und die Hummelklappe geöffnet.

 

Kommt die Königin aus dem Anflugloch bereits nach 5 Minuten heraus und fliegt sofort davon, dann ist der Ansiedlungsversuch fehlgeschlagen. Bleibt die Königin aber länger im Hummelnest 10 Minuten bis 60 Minuten dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, das sie das Nest angenommen hat. Sicher könnt ihr sein, wenn die Königin aus dem Anflugloch herauskommt und am Eingang herumkrabbelt und den Nesteingang untersucht.

Video: Wolfgang Beck, Orientierungsflug einer Steinhummelkönigin (Bombus lapidarius)
Video: Wolfgang Beck, Orientierungsflug einer Steinhummelkönigin (Bombus lapidarius)

 

Hebt die Königin dann vom Anflugbrett ab und macht dabei kleine Pendelbewegungen, ihren Blick immer gerichtet auf das Einflugloch, dann ist dies ein sehr gutes Zeichen das sie die Nistgelegenheit angenommen hat. Die Pendelbewegungen die die Königin im Fluge macht, gehen dann in Kreise über, dabei fliegt sie immer höher und entschwindet unserem Auge.

 

Bitte Foto anklicken!

 

Gewöhnlich kommt die Königin nach 15 bis 45 Minuten zurück um ihre neu entdeckte Nistgelegenheit aufzusuchen. Aber sie kann auch urplötzlich, nach wenigen Sekunden vor der Hummelpension auftauchen, deshalb auf keinen Fall in der Nähe aufhalten und Ruhe bewahren.

So wie sie nach wenigen Sekunden, kann sie aber auch nach 2 bis 3 Tage wieder kommen, dies ist aber sehr selten, aber durchaus möglich!

Diese 3 Tage sollten abgewartet werden, um dann die Hummelpension mit einer neunen Königin zu besetzen. Hat in der Zwischenzeit eine andere Königin sich von selbst angesiedelt, dann hat sich die --Aktiven Selbstansiedlung -- erledigt!

 

Alles weitere könnt ihr lesen in meinen Beitrag -- Hummeljahr -- und in den Bauanleitungen von -- Basteltipps --.

 

Liebe Hummelfreunde bei dieser Methode der aktiven Hummelansiedlung, solltet ihr vorsichtig und in Ruhe ohne Hektik vorgehen, auf keinen Fall dürft ihr dabei die Königin verletzen! Bedenkt, verletzt ihr dabei eine Königin wird sie sich nicht ansiedeln, aber was noch viel Schlimmer ist, sie kann dadurch auch keine Nachkommen haben!

 

 

Pappröhre und Schaumgummipfropfen siehe -- Bastelmaterial und Beschaffung --

 

 

Jürgen Börner