Ackerhummel

Foto: Jürgen Börner,  Ackerhummel
Foto: Jürgen Börner, Ackerhummel

(Bombus pascuorum)


Lebensraum – Vorkommen

Zwischen Küste der Nord – Ostsee und den dazugehörigen Inseln und den Alpen ist die Ackerhummel wohl die häufigste Hummelart Deutschlands. Sie lebt als Ubiquist und Kulturfolger an allen möglichen Stellen.
In Wäldern, Wiesen, Weiden, Böschungen, Gräben, häufig auch in Gärten und Parkanlagen..
Die Ackerhummel kann sich gut an veränderte Situationen anpassen und in alle irgendwie für sie nutzbaren Bereiche eindringen.


Niststandorte

Sie sind Nestbauer und Nestbezieher. Hummelnester unter- wie oberirdisch in Mäusekesseln, unter trocknen Laub, Moospolstern und Grasbüscheln in Vogelnistkästen (alte Vogelnester), aber auch Komposthaufen werden gern angenommen.

In Hohlräumen von Gebäuden mit Isolierwolle, Schuppen mit alten Lumpen, abgelegten Kleidern und Federbetten. Sie sind nicht wählerisch mit ihren Neststandorten, Hauptsache trocken sollte er sein. Gern werden Nisthilfen angenommen.
Sie baut ihre Nester selbst aus, mit in der Nähe liegendem Materialien, welches sie zerbeißt und miteinander verflechtet. Sie ist Nestbauer und- Bezieher.



Aussehen – Merkmale

Der Thorax (Brustabschnitt) ist rötlich bis braungelb. Das Abdomen (Hinterleib) ist meist struppig, graugelb bis rötlich braun behaart. Bei Ackerhummeln kommt es öfter zu Farbvariationen, halt eine sehr variable Art.
Verwechselungen mit der Mooshummel, (Megabombus muscorum) und der veränderlichen Hummel; (Megabombus humilis), sind möglich.

 

 

Besondere Kennzeichen der Männchen (Drohnen): Auffallend behaarter, rötlichgelber bis brauner Thorax (Brustabschnitt); im Gesichtsfeld gelbes Haarbüschel; Abdomen (Hinterleib): am 1. –2. Tergit tritt die Schwarzfärbung nicht so stark auf, wie bei der Königin und Arbeiterin, eher blassgelb; 4. –6. Tergit gelb bis orangerot. Bei einer Farbvariation können schwarzgraue Haare in der Thoraxmitte auftreten.

 

 

Brutpflege – Typ: (POCKETMAKER)

 

 

 

Körpermaße in mm:         Königin           Arbeiterin        Drohn

Körperlänge                  15 – 18            7 – 15           12 – 14

Flügelspannweite          28 – 32           18 – 28           24 – 27

Rüssel: (Lang)             13 – 15           12 – 13           10 – 11

Kopf                           mittellang        mittellang        mittellang



Flugzeiten

Königinnen je nach Höhenlage und Witterung von Anfang März bis Mai.
Arbeiterinnen erscheinen ca. 4 Wochen nach der Nestgründung, die Flugzeit der Arbeiterinnen erstreckt sich  von April bis in den November hinein.
Jungköniginnen und Drohnen erscheinen von Mitte Juli bis Anfang Oktober.

 

 

Größe der Königin: (KLEIN  –  MITTELGROß)

 

 

Fluggeräusche der Königin: (HELL)



Volkstärke:  60 bis 150 Individuen.


 

 

 

1. Kuckuckshummelart: Feld-Kuckuckshummel, Psithyrus campestris (Panzer 1801)

 

Relativ häufige Schmarotzerhummel. In Mitteleuropa ist Bombus pascuorum (Ackerhummel) der Hauptwirt. Weitere Wirte sind Bombus humilis (Veränderliche Hummel), Bombus pratorum (Wiesenhummel) ebenfalls als Wirte belegt.

 

Link: http://www.wildbienen.de/b-campes.htm

 

 

 

2. Kuckuckshummelart: Felsen-Kuckuckshummel, Psithyrus rupestris (Fabricius 1793)

 

Weit verbreitete Art. Der Hauptwirt ist die Steinhummel, als Nebenwirte sind Ackerhummel,  Waldhummel und Höhenhummel bekannt.

 

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Felsen-Kuckuckshummel


 

Besonderheiten und Wissenswertes

Brutpflegetyp: Pocketmaker. Königin erzeugt einen hohen bis mitteltiefen Summton. Ackerhummeln haben den längsten Entwicklungszyklus von allen Hummelarten, ca. 7 Monate lang (von April – Oktober, mehr als 210 Tage lang). Ackerhummeln nehmen gern Hummelnistkästen an. Sie sind sanftmütig und stechfaul und sie lassen sich sehr gut in den Nistkästen beobachten. Bei Nestkontrollen findet keine Abwehrreaktion statt.
Ackerhummeln sind „ Kurzstreckenflieger“. Sie entfernen sich, wenn es eben geht, nicht weiter als 100m vom Nest beim Aufsuchen ihrer Nektar und Pollen liefernden Trachtpflanzen. Man spricht deshalb von Haustürsammlern.

 

 

Gefährdungsgrad und Gefährdungsgründe

 

-  Anpassungsfähiger Zivilisationsfolger, Ubiquist, z.Z. nicht gefährdet, vielleicht häufigste Art.

-  Trachtlücken im Spätsommer werden durch flexibles Umstellen auf andere Trachtpflanzen  

   entschärft.

-  Dennoch durch spätsommerliche Dauertrachtangebote auch im Interesse weniger flexibler

   Arten unterstützen (z.B. durch Rotkleeanbau). 

-  Rasenmähen, gefährlichen Kreisel und Schlägelmäher.

-  Straßenverkehr und Autobahnen.

-  Durch Eingriffe in die Biotope.

-  Tiere: (Igel, Spitzmaus, Dachs und Waschbär).

-  Wachsmotten.

-  Vernichtung von Hummelnestern, am Haus, im Haus und im Hausgarten.

-  Unsachgemäß ausgebrachte Insektizide.

-  Die heutige moderne Landwirtschaft und Forstwirtschaft.

 

 

Ursachen für den Rückgang: Infolge der Zunahme des Siedlungsbereichs (Verdopplung seit den Fünfzigerjahren) erfuhren die Biotope der früheren Kulturlandschaft einen starken Rückgang. Besonders betroffen sind hiervon Streuobstwiesen, Heiden, Grünland, Weinberge und die Biotope der Ackerlandschaft.

Weitere Ursachen: Versiegelung durch Überbauung, übermäßige Pflege der öffentlichen Grünanlagen und Hausgärten, verstärkte Freizeitnutzung, Pflanzung florenfremder Gehölze oder Stauden mit zum Teil starkem Ausbreitungsvermögen sowie Beeinträchtigungen durch den Straßenverkehr. Angesichts des zunehmenden Flächenverbrauchs in der offenen Landschaft etwa durch Straßenbau, Errichtung von Einkaufszentren und Bau von Gewerbegebieten sowie der Übernutzung der Kulturlandschaft durch die intensive Agrarwirtschaft darf jedoch auch innerhalb des Siedlungsbereichs der Artenschutz einheimischer Tiere nicht vernachlässigt werden. Insbesondere im Siedlungsbereich sind von naturnäheren Flächen in der Regel nur noch kleine Reste übrig, die vor allem größeren Tieren zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse häufig nicht mehr ausreichen. Auch viele Insektengruppen weisen hier bereits deutliche Verarmungstendenzen auf oder sind bereits ganz verschwunden.

 

 

Trachtpflanzen

Ackerhummeln sind bei 257 Wildpflanzen und 21 Kulturpflanzen nachgewiesen worden.
Darunter: Tomaten und Paprika und viele Küchenkräuter...

 

 

 

Quellenangaben:

Eberhard von Hagen – Ambros Aichhorn
Buch, Hummeln: bestimmen – ansiedeln – vermehren – schützen
Fauna Verlag: ISBN 3-935980-28-0

Günter R. Witte & Juliane Seger
Buch, Hummeln brauchen blühendes Land
WESTARP WISSENSCHAFTEN: ISBN 3-89432-097-4

Helmut und Margrit Hintermeier
Buch, Bienen, Hummeln, Wespen – im Garten und in der Landschaft
Obst- und Gartenbauverlag – München: ISBN 3-87596-098-X

 

 

 

Weiterführende Links zur Ackerhummel:


http://www.wildbienen.de/huarten.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Ackerhummel

http://www.bombus.de/hummelsteckbrief.aspx?hummel=1

 

 

 

Hinweis: Fachausdrücke findet ihr links auf der Seite, unter Fachausdrücke von A bis Z

 

 

Dieser Beitrag wurde von Hummelfreund Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Foto: Jürgen Peters,  Drohn (Bombus pascuorum)
Foto: Jürgen Peters, Drohn (Bombus pascuorum)
Foto: Jürgen Peters,  Drohn (Bombus pascuorum)
Foto: Jürgen Peters, Drohn (Bombus pascuorum)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn am Natternkopf
Foto: Martin , Drohn am Natternkopf
Foto: Martin , Drohn am Natternkopf
Foto: Martin , Drohn am Natternkopf
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn
Foto: Martin , Drohn
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Foto: Martin , Drohn auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)

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Foto: Jürgen Peters,  Jungkönigin
Foto: Jürgen Peters, Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner ,  Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin
Foto: Jürgen Börner , Jungkönigin

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Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin
Foto: Jürgen Börner , Arbeiterin

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Foto: Horst Jäkel
Foto: Horst Jäkel

Ackerhummel (Bombus pascurorum) auf Kornblume.

Foto: Jürgen Börner , am Natternkopf
Foto: Jürgen Börner , am Natternkopf
Foto: Jürgen Börner  , am Beinwell
Foto: Jürgen Börner , am Beinwell
Foto: Jürgen Börner , am Beinwell
Foto: Jürgen Börner , am Beinwell
Foto: Jürgen Börner , an der Himbeere
Foto: Jürgen Börner , an der Himbeere
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner
Foto: Gottfried Dick,   Ackerhummelnest
Foto: Gottfried Dick, Ackerhummelnest
Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

Ackerhummelnest, eingebettet in Kapok.

Königin auf der Brutwabe.

 

 

 

 

 

 

Weitere Ackerhummelnester siehe hier.