Gartenhummel

(Bombus hortorum)

Foto: Karsten Grotstück,  Gartenhummel, dunkle Variante
Foto: Karsten Grotstück, Gartenhummel, dunkle Variante

 

 

Lebensraum – Vorkommen

Die Gartenhummel ist je nach Umweltbedingungen eine mehr oder weniger häufig anzutreffende Art. Sie kommt an der Nordsee und Ostsee ebenso vor, wie in den Mittelgebirgen und den Alpen bis zu einer Höhe von 2100 m. Ihr Lebensraum sind Wiesen, Weiden, an Gräben und Böschungen, im Brachland, an Straßen und Wegrändern, Streuobstwiesen sowie Gärten, Parks, Gebüschzonen und Waldrändern. Sie ist ein Ubiquist und Kulturfolger.


Neststandorte – Nistweise

Sowohl ober- wie unterirdisch in verlassenen Mäuse- und Vogelnestern, (Vogelnistkästen) manchmal an- und in Gebäuden, (Dachböden, Schuppen, Ställen, Scheunen, unter Fußböden und Treppen). Gerne werden von ihr Hummelnistkästen angenommen. Sie ist ein Nestbezieher und Nestbauer.


Aussehen – Merkmale

Die Gartenhummel ist sehr auffällig gezeichnet. Unmittelbar nach dem schwarzen Kopf beginnt am Thorax (Brustabschnitt) eine bräunliche bis goldgelbe Binde, es folgt ein breiter schwarzer Bereich. Der Thorax endet mit einer gelben schmalen Binde, das Abdomen (Hinterleib) beginnt mit einem breiten gelben Streifen. Dann folgt am 2., 3 und 4 Tergit wieder schwarz und am Ende des 5. und 6. Tergit schließlich weiß. Die Art variiert sehr.

Verwechslungen mit der Feldhummel, Megabombusruderatus eurynotus und der Tonerdhummel, Megabombus argillaceus sind möglich.

 

2. Variante ( selten ): Grundfarbe schwarz; am kopfnahen Thorax, am 1. Tergit und teilweise am 2. Tergit  des Abdomens dünne, gelbliche Behaarung; sonst sind Brustteil und Hinterleib bis zum 4. Tergit schwarz. Am Ende des Hinterleibes 5. –6 Tergit weiß.

 

3. Variante ( selten ): Thorax und Abdomen bis zum 3. Tergit schwarz ; am Ende des Hinterleibes 4. bis 6. Tergit weiße Färbung.

 

Besondere Kennzeichen der Männchen (Drohnen): Breitere Querbinden am kopfnahen Thorax und an der Taille; Kopf struppig behaart mit hellen Haaren auf der „Stirn“. Kopf erscheint (von vorn gesehen) stark verlängert. Abdomen: 1. und 2. Tergit goldgelb bis gräulichgelb; 3. und 4. Tergit schwarz; 5. und 6. Tergit weiß. Sehr leicht zu verwechseln mit Drohnen der Kuckuckshummeln, z.B. Psithyrus vestalis (Keusche Schmarotzerhummel).

 

 

Brutpflege – Typ: ( POCKETMAKER )

 

 

 

Körpermaße in mm:                  Königin        Arbeiterin        Drohn

 


Körperlänge                                17 – 24            11 – 16            13 – 15

Flügelspannweite                        35 – 40            28 – 32            28 – 32

Rüssel: (Extrem lang)               19 – 21            14 – 16             ca. 15

Kopf                                          sehr lang          sehr lang         sehr lang


Flugzeiten

Königinnen erscheinen je nach Witterung und Höhenlage von Anfang März bis Mitte Mai,
Arbeiterinnen von Ende März bis Ende September.
Jungköniginnen und Drohnen von Mitte Juni bis Anfang August.
Gelegentlich eine zweite Generation bis Ende September.

Größe der Königin: ( GROß )

 

 

Fluggeräusche der Königin: ( SEHR TIEF )

 

 

 

Volksstärke: 50 bis 120 Individuen, gelegentlich bis zu 300 Tieren.


 

1. Kuckuckshummelart: Bärtige Kuckuckshummel, Psithyrus barbutellus (Kirby). Soweit bekannt.  

    Immer in Nestern der Gartenhummel.

 

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3 A4rtige_Kuckuckshummel

           http://www.wildbienen.de/b-barbut.htm

 

 

 

2. Kuckuckshummelart: Wald-Kuckuckshummel, Fernaldaepsithyrus sylvestris (Lepeletier-1832).

Nach neuesten  Beobachtungen parasitiert sie auch Völker der

Wiesen-, Baum-, Garten-, Dunklen und Hellen (Hain)Erdhummel

 

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wald-Kuckuckshummel

 

 

Besonderheiten und Wissenswertes

Die Gartenhummel ist ein Pocketmaker. Königin erzeugt einen sehr tiefen Brummton. Gartenhummeln sind einer der wenigen Hummelarten, die im Spätsommer gelegentlich eine zweite Generation hervorbringen, begattete Jungköniginnen dieses Jahres, begannen noch im gleichen Jahr ein Nest zu gründen und Nachkommen aufzuziehen.

Beim Spaziergang im Park oder im Wald kann man gelegentlich Drohnen der Gartenhummel entdecken, die häufig den Wurzelbereich von Bäumen anfliegen. Dieses Verhalten fällt sofort auf. An Baumstämmen im Bereich der Wurzeln markieren sie diese Stellen mit einem Duftstoff aus den Kopfdrüsen. Dabei laufen sie mit gesenktem Kopf und geöffneten Kiefern über diese Stellen und streifen so den Duftstoff ab. Der Duftstoff soll Jungköniginnen anlocken, die sich paaren wollen.
Die Art ist zur Zeit rückläufig. Der Grund liegt wohl daran, dass in den Sommermonaten durch unsinniges Abmähen der Blütentrachtpflanzen, die Gartenhummel sehr zu leiden hat durch Nahrungsmangel.

 

Gefährdungsgrad und Gefährdungsgründe

 

-         Insektizide.

-         Sommerliche Trachtlücken.

-         Wachsmotten.

-         Tiere (Dachs, Waschbär).

-         Nahrungskonkurrenz durch Honigbienen.

-         Straßenverkehr und Autobahnen.

-         Durch Eingriffe in die Biotope.

-         Rasen mähen, gefährliche Kreisel- und Schlägelmäher.

-         Vernichtung von Hummelnestern, am Haus, im Haus und im Hausgarten.

-         Landwirtschaft und Forstwirtschaft.

 

 

Ursachen für den Rückgang: Infolge der Zunahme des Siedlungsbereichs (Verdopplung seit den Fünfzigerjahren) erfuhren die Biotope der früheren Kulturlandschaft einen starken Rückgang. Besonders betroffen sind hiervon Streuobstwiesen, Heiden, Grünland, Weinberge und die Biotope der Ackerlandschaft. Weitere Ursachen: Versiegelung durch Überbauung, übermäßige Pflege der öffentlichen Grünanlagen und Hausgärten, verstärkte Freizeitnutzung, Pflanzung florenfremder Gehölze oder Stauden mit zum Teil starkem Ausbreitungsvermögen sowie Beeinträchtigungen durch den Straßenverkehr. Angesichts des zunehmenden Flächenverbrauchs in der offenen Landschaft etwa durch Straßenbau, Errichtung von Einkaufszentren und Bau von Gewerbegebieten sowie der Übernutzung der Kulturlandschaft durch die intensive Agrarwirtschaft darf jedoch auch innerhalb des Siedlungsbereichs der Artenschutz einheimischer Tiere nicht vernachlässigt werden. Insbesondere im Siedlungsbereich sind von naturnäheren Flächen in der Regel nur noch kleine Reste übrig, die vor allem größeren Tieren zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse häufig nicht mehr ausreichen. Auch viele Insektengruppen weisen hier bereits deutliche Verarmungstendenzen auf oder sind bereits ganz verschwunden.

 

 

 

Trachtpflanzen

Bei der Gartenhummel konnten an 215 verschiedenen Wildpflanzenarten Blütenbesuch nachgewiesen werden. An Kulturpflanzen waren es 18 Arten. Gartenhummelköniginnen besuchen sehr gerne blühende Obstbäume und zählen dadurch zu den wichtigsten Obstbaum-bestäubern. Eine Königin kann an einen einzigen Tag bis zu 4000 einzelne Blüten bestäuben.

 

 


Quellenangaben

Peter – Frank Röseler
Der Hummelgarten, Lebensraum und Biologie der Hummeln
TRIGA/Verlag
ISBN 3-89774-280-2

Günter R. Witte & Juliane Seger
Hummeln brauchen blühendes Land
WESTAPP WISSENSCHAFTEN
ISBN 3-89432-097-4

 

Eberhard von Hagen – Ambros Aichhorn

Hummeln, bestimmen – ansiedeln – vermehren – schützen

Fauna Verlag

ISBN 3-935980-28-0


Helmut und Margrit Hintermeier
Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft
Obst – und Gartenbauverlag – München
ISBN 3-87596-098-X

 

Weiterführende Links zur Gartenhummel:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenhummel
http://www.wildbienen.de/huarten.htm

 

Hinweis: Fachausdrücke findet ihr links auf der Seite, unter Fachausdrücke von A bis Z

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                                                                                                        20.04.08                                          

 

Schilderung zweier Gartenhummelkolonien

 

Hallo Hummelfreunde,

nachdem Anfang März 2007 (sehr früh im Jahr) die Gartenhummelköniginnen ihre Koloniegründung (Nester) im "Mündener Hummelkanistkasten" begonnen haben, waren Anfang April die ersten Arbeiterinnen da, ca. 8 Stück je Nest.

Die Kolonien wuchsen durch den ungewöhnlich sehr warmen April schnell heran. Im Mai hatten sie schon den 3. Schlupf von Arbeiterinnen. Gegen Ende Mai - Anfang Juni hatten sie riesige Larven (Geschlechtstierbrut) aus ihren Nestern rausgeschmissen. Der Grund war, dass das Wetter sehr unbeständig und recht kühl war und die Hummeln nicht genügend Pollen und Nektar zur Versorgung der Brut bekamen, weil starke Gewitter viele Blumen zerhagelt hatten. Trotz Larvenverluste haben sie Mitte Juni die ersten, sehr schön gefärbten Jungköniginnen, hervorgebracht. Die Völker hatten nun ihren Höhepunkt. Sie waren mittelstark, so um die 80 - 100 Tiere. Dann wurde es langsam ruhiger in den Kolonien, bis ich im August die Kästen abräumen und saubermachen wollte. Ich bemerkte, dass bei den Kästen noch eine sehr hohe Aktivität wie im Mai herrschte.Viele Arbeiterinnen sammelten noch Pollen und Nektar, auch waren wieder Jungköniginnen vorhanden und es wurde wieder Brut entfernt. Sie hatten über dem alten Nest seperat ein ca. männerfaustgroßes neues Nest errichtet. Das alte Nest benutzten sie als Honigspeicher. Die Völker lebten noch bis Ende September. Sie hatten noch Arbeiterinnen, Jungköniginnen waren abgeflogen und hatten sich zur Winterruhe begeben.

Meine Vermutung liegt nahe, dass in den beiden Hummelvölkern, die im Juni schon ihren Höhepunkt hatten, Jungköniginnen dieses Jahres die Regentschaft übernommen haben und mit den restlichen Arbeiterinnen die neuen Kolonien hervorgebracht haben. Dies wird manchmal auch von Erdhummeln berichtet.


Hummelsteckbrief unter:


http://www.bombus.de/hummelsteckbrief.aspx?hummel=15

 

 

Diese Beiträge wurde von Hummelfreund Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Foto: Martin,  Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde

Drohn (Bombus hortorum)

Foto: Martin,  Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Drohn (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Alexander , Drohn (Bombus hortorum) am Fingerhut

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Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde

Königin (Bombus hortorum)

 

Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin,  Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Martin, Königin (Bombus hortorum) an der Wilden Karde
Foto: Peter Gier, Königin; dunkle Variante von (Bombus hortorum), an der Hummelklappe
Foto: Peter Gier, Königin; dunkle Variante von (Bombus hortorum), an der Hummelklappe
Foto: Jürgen Börner , Königin (Bombus hortorum) an der Hummelklappe
Foto: Jürgen Börner , Königin (Bombus hortorum) an der Hummelklappe

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Foto: Karsten Grotstück,  dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Karsten Grotstück, dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Karsten Grotstück,  dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Karsten Grotstück, dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Karsten Grotstück,  dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Karsten Grotstück, dunkle Variante von (Bombus hortorum)
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut

Arbeiterin (Bombus hortorum)

Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Fingerhut
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Beinwell
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Beinwell
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Beinwell
Foto: Jürgen Börner, Arbeiterin (Bombus hortorum) am Beinwell