Waldhummel

Foto: Wilhelm Glass , Königin
Foto: Wilhelm Glass , Königin

(Bombus sylvarum)

 

 

Lebensraum und Vorkommen

 

Im Gegensatz zu ihrem Namen nicht in geschlossenen Wäldern, sondern eher im offenen Gelände, sie kommt auch an Waldrändern, in Gebüschen und Hecken vor, nicht aber direkt im Wald, obwohl man das aus ihrem Namen schließen müßte. Die Waldhummel kommt im ganzen Gebiet vor, bevorzugt jedoch das Flachland (offenes Gelände der freien Feldmark) und steigt nicht über 1400 m im Gebirge auf. Wiesen, Weiden , Brachland, Graben, Böschungen, Straßen- und Wegränder, Feld- und Wiesenraine sowie Gärten sind ihr liebster Lebensraum. Die Waldhummel ist in ihrem Lebensraum sehr selten geworden.

Verbreitung

 

In Mitteleuropa weit verbreitet, bis zum südlichen Skandinavien, auch in Nordasien, ganz Deutschland, im Norden sehr selten.

 

 

Neststandort und Nistweise

 

Das Nest wird sowohl ober- als unterirdisch in verlassenen Mäusenestern, Maulwurfsbauten oder anderen brauchbaren Unterschlüpfen (Hohlräumen, Nestern von Vögeln oder Eichhörnchenkobeln). Nester an der Erdoberfläche bzw. in der Krautschicht. Oberirdische Nester legt sie meist unter Grasbüscheln an und trägt das Nistmaterial wie Heu, Stroh, Moos, und trockene Blätter usw. selbst zusammen und "webt" eine Nestkugel daraus. Sie ist ein Nestbezieher und -bauer.

 

 

Aussehen - Kennzeichen und Merkmale: Königin und Arbeiterin 

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Arten einigermaßen farbkonstant. Dank schwarzer Querbinde auf der Brustoberseite und orangerot behaartem Hinterleibsende mit feinem weißlichen Binden. Waldhummeln sind auffallend bunt und hübsch gezeichnet. Ihre Thoraxunterseite ist hellgelblichgrau gefärbt, die Thoraxoberseite trägt vorn und hinten ein braungelbliches Band, in der Mitte ist sie dunkelschwarzbraun. Die ersten 3 Tergite des Abdomens sind schwarz mit hellgrauen oder weißen Haarstreifen. Auf den letzten drei Tergiten sind die Haare orange. 

 

Besondere Kennzeichen der Männchen (Drohnen): Besonders breite Querbinde am kopfnahen Thorax unter den Thorax gehend; Thoraxzentrum schwarz; unterer Rand des Thorax mit weißer Zeichnung; sonst wie Königin.

 

Link: http://nafoku.de/wildbienen/htm/bombus_sylvarum_m.htm 

 

 

Brutpflege - Typ: Pocketmaker 

 

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Pocketmaker

 

 

Körpermaße in mm        Königin       Arbeiterin        Drohn

Körperlänge:                    16 - 20          10 - 15          15 - 18

Flügelspannweite:            29 - 32          21 - 27          23 - 26 

Rüssellänge: Lang            12 - 14          10 - 12            9 - 11

Kopf: Lang                         lang                lang              lang

 

 

 

Erscheinen - Flugzeit: April bis Oktober 

 

Eine Generation im Jahr. Nestsuchende Königinnen von April bis Ende Mai. Arbeiterinnen von Mitte Mai bis Ende Oktober. Jungköniginnen und Drohnen von Anfang August bis Ende Oktober.

 

 

Größe der Königin: 16 bis 18 mm, Mittelgroß

   

Fluggeräusche der Königin: Königin erzeugt einen sehr hohen Summton.

   

Volksstärke: 80 bis 150 Tiere

 

 

Ähnliche Arten

 

Durch die charakteristische Färbung kaum mit anderen Arten zu verwechseln. Bei oberflächlicher Betrachtung ist die Verwechselung mit der Sandhummel, (Bombus veteranus) möglich. Die Waldhummel  ähnelt in der Lebensweise am meisten der Ackerhummel, (Bombus pascuorum). Wie diese gehört sie zu den "Pocketmakern".

 

 

 

Kuckuck bzw. Schmarotzerhummeln 

 

Kuckuckshummelart: Felsenkuckuckshummel, (Bombus rupestris)

 

Diese ist eine weit verbreitete Schmarotzerhummelart.

In Mitteleuropa ist die Steinhummel (Bombus lapidarius) der Hauptwirt.

Ackerhummel (Bombus pascuorum), Höhenhummel (Bombus sicheli)  und die Waldhummel (Bombus sylvarum) werden ebenfalls als Wirte belegt.

 

Link: Felsenkuckuckshummel 

 

       http://www.wildbienen.de/b-rupest.htm

 

 

Besonderheiten und Wissenswertes über die Waldhummel

 

Königinnen und Arbeiterinnen fallen durch ihren scheinbar nervösen Flug auf. Waldhummeln sind Pocketmaker. Die Königin erzeugt einen sehr hohen Summton, der sehr der Sandhummel gleicht. In einem Nest gibt es nur wenig Bewohner, insgesamt leben dort nur einige Dutzend Tiere.  

Es gibt eine kleine Käferart, die sich in Hummelnester entwickeln. Die Art heißt: Antherophagus nigricornis auf deutsch: Schimmelkäfer (Schwarzhörniger Schimmelfresser). Flugzeit von Mitte Mai bis Ende September, der als Kommensale gilt bzw. das es sich um einen Nestparasiten handelt. Besonders die 8. langrüsselige Hummelartenarten Acker-, Garten-, Gras-, Wald-, Deich-, Sand-, Moos- und Veränderliche Hummel werden durch Antherophagus der sich während des Eintragens von Nektar und Blütenpollens an Beine, Fühlern oder der Zunge (Rüssel) von Altköniginnen und Arbeiterinnen festklammert, so befallen. Auf dieser Weise läßt sich der Käfer ins Nest tragen. Hier ernährt er sich und insbesondere aber seine Larven die sich von frisch eingetragenen Blütenpollen aber auch von Abfallen und aus den Eiern der erst geschlüpften Hummellarven ernährt bzw. parsitiert. 1922 machte auch KARL v. FRISCH schon diese Beobachtung.

 

Link: http://www.insektenbox.de/kaefer/anthen.htm

 

http://www.flickr.com/photos/12639178@N07/4346479066/ 

 

http://www.hornissen-hummeln.de/07_gef_tiere.htm

 

 

Die Waldhummel ist eine unserer schönsten und anmutigsten Hummel die wir in Deutschland haben. Sie sollte nicht aussterben.

 

 

 

Gefährdung 

 

Muß aufgrund regional starker Rückgangstendenzen als gefährdet eingestuft werden. Auf den bundesweiten Roten Liste gefährdeter Tierarten wird Bombus sylvarum auf der Vorwarnliste geführt. So das die Waldhummel regional als weitaus gefährdetere Art angesehen werden muss.

 

Rote Liste:  Kategorie V: in Deutschland Vorwarnliste

 

Rückgangsursachen: Abnahme extensiv genutzter Wiesen, Magerrasen, Heiden und strukturreichen Streuobstwiesen, aber auch von trockenwarmen blütenreichen Waldsäumen. 

 

 

Warum geht es den Hummeln immer schlechter?

 

Dramatische Landschaftseingriffe während der letzten Jahrzehnte haben den Wildbienen das Überleben schwer gemacht. Intensivierungen in der Landwirtschaft, großflächige Monokulturen, reduzierter Fruchtwechsel, Flurbereinigungen mit dem Ziel die Schlaggrößen zu maximieren daneben Rodungen von angeblich nutzlosen Hecken, haben zu einer ausgeräumten Landschaft geführt in der die Überlebenschancen für Wildtiere und Insekten minimiert sind. Hinzu kommen die Auswüchse pervertierter "Ordnungsliebe": Kleine Böschungen werden eingeebnet, "Löcher" zugeschüttet, Wiesen regelmäßig "kurzgehalten"; Hummelnester werden so zerstört oder zugemäht oder können in der "aufgeräumten" Landschaft gar nicht erst entstehen.

 

 

Ökologische Ansprüche: Blütenreiche, extensiv genutzte Flächen.

 

 

Trachtpflanzen - Nektar - Pollenquelle 

 

Haupttrachtpflanzen: Obstbäume, Kastanien, Goldregen, Beinwell, Taubnesseln, Rot- und Weißklee, Hornklee, Wundklee, Sichelklee, Salbei, Natternkopf, Ochsenzunge,

Schwertlilie, Heilziest, Aufrechter Ziest, Herzgespann, Schwarznesseln, Esparsette,  

Luzerne, Klette, Distel - Kratzdistel - Nickende Distel, Dorniger Hauhechel, Kornblumen u. Flockenblumen, sämtliche Wicken, Ackerminze, Wiesen-Knautie, Johanniskraut, Wegwarte, Springkraut.

Die Waldhummel gehört zu den Kleebestäubern.

 

 

Quellenangaben: 

 

www.wildbienen.de

 

Eberhard von Hagen - Ambros Aichhorn

Hummel

bestimmen - ansiedeln - vermehren - schützen

Fauna Verlag

ISBN: 3-935980-28-0

 

Andreas Müller - Albert Krebs - Felix Amiet

Bienen 

Mitteleuropäische Gattungen, Lebensweise, Beobachtung

Natur Buch Verlag

ISBN: 3-89440-241-5

 

Heiko Bellmann

Bienen, Wespen, Ameisen

Hautflügler Mitteleuropas

Kosmos Naturführer

ISBN: 3-440-06932-X

 

J. Zahradnik

Bienen, Wespen, Ameisen

Die Hautflügler Mitteleuropas

Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde

ISBN: 3-440-05445-4

 

 

 

Weiterführende Links zur Waldhummel: 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Waldhummel 

 

http://www.insektenbox.de/hautfl/waldhu.htm 

 

http://www.insektenbox.de/hautfl/waldhum2.htm

 

http://www.tierundnatur.de/wildbienen/b-sylvar.htm 

 

http://www.naturspaziergang.de/Hummeln/Bombus_sylvarum.htm 

 

http://nafoku.de/wildbienen/htm/bombus_sylvarum_m.htm 

 

 

Diesen Beitrag, hat Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.

 

 

Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin am Natternkopf
Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin am Natternkopf
Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin an Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin an Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin am Natternkopf
Foto: Wilhelm Glass , Arbeiterin am Natternkopf

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Foto: Wilhelm Glass , Drohn an der Bartblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn an der Bartblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn an Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn an Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn an der Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn an der Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Drohn am Wiesenklee
Foto: Wilhelm Glass , Drohn am Wiesenklee
Foto: Martin , Drohn am Sumpf-Ziest (Stachys palustris)
Foto: Martin , Drohn am Sumpf-Ziest (Stachys palustris)
Foto: Martin
Foto: Martin

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Foto: Wilhelm Glass , Königin am Wiesenklee
Foto: Wilhelm Glass , Königin am Wiesenklee
Foto: Wilhelm Glass , Königin an Ackerwitwenblume
Foto: Wilhelm Glass , Königin an Ackerwitwenblume