Graue Fleischfliege

 (Sarcophaga carnaria)                                                                                                                

 

                                                                                                                     

                                                                                                                     04.08.10

 

Fliegen, angelockt durch den Duft welcher von den Hummelpensionen ausströmt, versuchen ständig in die Hummelpension einzudringen. Sie belauern förmlich die Hummelklappe und warten auf eine günstige Gelegenheit mit hineinzuschlüpfen. Viele Versuche von den Fliegen schlagen dabei fehl, doch manchmal gelingt es doch mit hineinzukommen. Besonders ist mir dies aufgefallen wenn die Jungköniginnen zum 1. Mal zurückkommen und die Hummelklappe öffnen wollen. Diese stellen sich dabei besonders ungeschickt an und lassen dabei die Hummelklappe zu lange offen; und diese Gelegenheit lassen sich die Fliegen nicht entgehen um mit reinzugelangen, ins Hummelnest hineinzugelangen! 

Foto: Jürgen Börner, Wiesenhummelköniginnen (Bombus pratorum)
Foto: Jürgen Börner, Wiesenhummelköniginnen (Bombus pratorum)

 

 

Jungköniginnen behindern sich gegenseitig an der Hummelklappe.

Fliege wartet auf einen günstigen Augenblick mit hineinzukommen.

Foto: Jürgen Börner, Wiesenhummelköniginnen (Bombus pratorum)
Foto: Jürgen Börner, Wiesenhummelköniginnen (Bombus pratorum)

Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria)

ist hier links an der Klappe

des Hummelpensionsvorbaues.

Foto: Jürgen Börner
Foto: Jürgen Börner

 

 

 

 

Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria)

Foto: Jürgen Börner ,  Larven stark vergrößert!
Foto: Jürgen Börner , Larven stark vergrößert!

So sehen Fliegenlarven aus.

 

Die Larven sind schnell; der Kopf der Larven ist spitz und ständig in Bewegung.

 

Als ich den Vorbau öffnete fand ich einen kleinen Kneul, bestehend aus Kapok (Nistmaterial), Hummelkot und

Fliegenlarven; dies hatten die Wiesenhummeln aus dem Nest entfernt und im Vorbau abgelegt.

 

Die Larven hier auf dem Foto, sind 2 bis 5 mm groß, diese werden noch wachsen und können der Hummelbrut schaden.

Bei dem Hummelnest kommen die Fliegenlarven jedoch zu spät, denn die Jungköniginnen fliegen bereits aus!

 

 

 

Doch Fliegen können auch eindringen in Hummelnester!

Foto: Michel Oelschlägel, Hummelkokons mit Fliegenlarven
Foto: Michel Oelschlägel, Hummelkokons mit Fliegenlarven

 

 

Der Eingang vom Hummelnest wird bewacht von Wächterhummeln, doch die Fliegen können auf Grund ihrer Schnelligkeit diese überwinden und zum Hummelnest vordringen.

 

Dort legen sie ihre Eier und die daraus schlüpfenden Larven dringen in die Hummelbrut von unten ein.

Fressen die Hummellarven und verlassen diese wieder um sich zu verpuppen.

 

Eine Fliegenart steht im Verdacht, die - Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria).

Wer mehr erfahren möchte über diese Fliege hier der Link:

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Ich habe etwas über Fliegen bei www.hornissen-hummeln.de gefunden!!!


Folgendes:
Gerade zur Zeit der Jungköniginnenaufzucht befällt unter anderem die Blaue Schmeißfliege (Calliphora vornitoria) oberirdisch gehaltene Hummelvölker. Dringt sie in das Hummelnest ein und legt ihre Eier in diesem ab, ist meist ein großer Teil der Brutzellen verloren. Folglich gibt es im darauf folgenden Jahr weniger suchende Hummelköniginnen.
Bei unterirdisch gehaltenen Hummeln tritt dieses Problem weit weniger häufig auf.
Abhilfe ist eingeschränkt nur möglich mit getarntem Eingangsbereich mittels Polsterwolle oder ähnlichen geeigneten Materialien.
Ferner ist das Anlocken mit toten Schnecken am Gewässerrand ein kleiner Teilerfolg, denn dort lauert der Frosch und vertilgt die Fliegen.

In Mitteleuropa leben einige hundert Arten der Schmeißfliege, die nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Schmeißfliege oder auch blaue Aasfliege genannt, spielt eine sehr wichtige Rolle im Naturhaushalt, da durch ihre Freßtätigkeit absterbende und tote Stoffe sehr rasch abgebaut werden. Sie besucht Abfallstoffe, Fäkalien, Kadaver und Aas und auch offene Wunden bei Tieren. Dort legt sie ihre weißen stiftförmigen Eier gruppenweise ab. Die Larven fressen die organische Stoffe, greifen aber lebendes Zellgewebe nicht an.
So fördern die Schmeißfliegenlarven einerseits die Heilung an Wunden, was sich teilweise die Medizin zu nutze macht (mehr dazu auf der Homepage des SWR: "Maden für die Wundheilung"), andererseits kann die Schmeißfliege selbst wegen ihrer unhygienischen Aufenthaltsorte aber auch Krankheitserreger übertragen.

Dadurch, dass die Schmeißfliege ihre Eier auch auf Leichen ablegt, hat sie Bedeutung für die Kriminalistik und Forensik erlangt und schon das ein oder andere Mal dazu beigetragen, einen Mordfall aufzuklären (wer mehr darüber erfahren will, kann in einem Artikel zu diesem Thema auf der Homepage der Stuttgarter Nachrichten nachlesen: "Maden helfen bei Verbrecherjagd" oder bei Quarks & Co "stumme Zeugen").

Die Schmeißfliege verfügt über ein ausgezeichnetes Riechvermögen!

Karsten Grotstück