Hummelnematoden

Sphaerularia bombi

Die Weibchen des Hummelälchens Sphaerularia bombi, eines Fadenwurms, dringen während der Überwinterung der jungen Königinnen in den Hinterleib ein. Im Frühjahr bildet es so viele Eier, dass der Uterus des nur 1 mm großen Weibchens ausgestülpt wird und auf etwa 2 cm Länge auswächst. Die Larven schlüpfen in der Hummel, sie verlassen den Hinterleib. In der Erde erfolgt die Begattung der Weibchen, die nun darauf warten, dass eine junge Hummelkönigin in der Nähe überwintert. Die geringe Wahrscheinlichkeit, eine junge Königin zu finden, wird durch die riesige Anzahl der Nachkommen und die breite Verteilung der Larven durch die umherfliegende Königin ausgeglichen. Die von Sphaerularia parasitierten Königinnen gründen in der Regel kein Nest, sondern sie gehen im Frühsommer zugrunde. Nur wenige Königinnen können den Parasiten überwinden, doch legen sie weniger Eier als gesunde Königinnen, so dass die Entwicklung des Volkes  deutlich verlangsamt ist. Die Häufigkeit der Parasitierung ist regional sehr unterschiedlich, es gibt regelrechte Sphaerularia-Gebiete, in denen bis zu 90% der Königinnen befallen sind. Es handelt sich um feuchte Regionen, in Trockengebieten hat der Wurm in der Erde kaum Überlebenschancen.

 

 

Quellenangabe:

Entnommen aus dem Buch: Der Hummelgarten, Lebensraum und Biologie der Hummeln. Autor: Peter-Frank Röseler, TRIGA/VERLAG, ISBN: 3-89774-280-2

 

 

Diesen Beitrag hat Karsten Grotstück aus Kassel / Nordhessen zur Verfügung gestellt.